Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202924
10 
England, 
VIII 
Geschichte 
Capitel schbpferischem Genie und gebietendem Geiste, aber er musTte muthig und 
.lä7L. treu sein, die Fähigkeit besiHen, Befehle pünktlich auszuführen, Geheimnisse 
. unVerbrüchlich zu bewahren, die Thatsachen aufmerksam zu beobachten nnd 
sie wahrheitsgemäß zu berichten, und solch ein Mann war Bentinck. 
3is;::6m Eben so glücklich wie in der Freundschaft war Wilhelm in der Ehe. 
km Dass Dennoch hatte feine Ehe anfangs nicht viel häusliches Glück versprochen. 
um. Seine Wahl war hauptsächlich durch politische Rücksichten bestimmt wors 
den; auch schien es nicht wahrscheinlich, dass zwischen einem hübschen, 
sechözehnjährigen Mädchen, die zwar einen guten Charakter und natürlichen 
Verstand besaß, aber unwissend nnd einfach war, und einem Bräutigam, 
der zwar noch nicht sein acht und zwanzigsies Jahr zurückgelegt hatte, aber 
an Körper und Geist älter war als ihr Vater, dessen Benehmen frosiig 
und dessen Kopf fortwährend mit Staatsangelegenheiten oder Waidwerk 
beschäftigt war, irgend eine starke Neigung entstehen würde. Eine Zeit 
lang war Wilhelm ein nachlässiger Ehemann. Andere Frauen zogen ihn 
von feiner Gattin ab, besonders eine ihrer Damen, Elisabeth Villiers, 
welche, obgleich ohne alle persönliche Reize und durch ein abscheuliches 
Schielen entstellt, Talente besaß, welche sie sehr geeignet machten, seine 
Sorgen zu theilenIJ. Er schämte sich zwar seiner Verirrungen und sparte 
keine Mühe, sie geheim zu halten; trotz aller Vorsichtsmaaßregeln aber 
wusste Marie recht gut, dass er ihr nicht vollkommen treu war. Späher 
und Zuträger thaten, von ihrem Vater ermuthigt, ihr Möglichßes, um 
ihren Unwillen zu schüren. Ein Mann von ganz anderem Charakter, der 
treffliche Ken, der einige Monate lang ihr Caplan im Hang war, war über 
das ihr angethane Unrecht, so erzürnt, dass er, mit mehr Eifer als Besons 
nenheit, ihrem Gemahle ernste Vorstellungen zu machen drohte NO. Sie 
trug indessen ihr Leiden mit einer Sanftmuth nnd Geduld, welche WilhelmIs 
Achtung und Dankbarkeit verdienten und allmählig erwarben. Doch blieb 
noch eine Ursache der Entfremdung übrig. Es war wahrscheinlich, daß. 
eine Zeit kommen würde, wo die Prinzessin, welche nur zum Sticken, 
Spinettspielen und Lesen der Bibel und der ,,Ganzen Pflicht des MenschenHIH1 
erzogen war, an der Spitze einer großen Monarchie stehen und die Wage 
der europäischen Angelegenheiten halten musste, während ihr ehrgeiziger, 
geschäftskundiger und auf große Unternehmungen ansgehender Gemahl in 
der brittischen Regierung keinen für ihn bestimmten PlaH fand und seine 
II S. Swift7s Schilderung von ihr. 
III Henry Sidnep4s Tagebuch vom 31. März 1680 in Blencowc7s interi 
efsanter Sammlung.  
MS Ein in damaliger Zeit und zum Theil noch ieZt in England sehr gefchäps 
ne Andacbtsbuch, welches in den Bibliotheken der englischen Damen ungefähr die 
Rolle spielt, wie in denen der unsrigen die: ,,Stunden der Andacht.f7 
Anm. b. Uebkrf.
        

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