Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-204642
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VIII 
Geschkä;ie 
England, 
Capitel 
IX. 
1688.Y 
Filmer7s behaupteten allerdings, dass zwischen der Verfassung unseres Vater: 
landes und der der Türkei gar kein Unterschied beskehe, und dass, wenn der 
König nicht den Jnhalt aller Cassen in Lombardstreet consiscire oder nicht 
Sancroft und Halifa.r durch einen Stummen die seidene Schnur zuschicie, 
dies nur daher komme, weil Seine Majesiät zu gnädig sei, um seine ganze 
ihm vom Himmel verliehene Macht zu gebrauchen. Die Torics in ihrer 
Gesammtheit aber, wenn sie gleich in der HiHe des Kampfes hin und 
wieder wohl eine Sprache führten, welche anzudeuten schien, dass sie diese 
überspannten Lehren billigten, verabscheuten den Despotisn1us von Herzen. 
Das englische Staatswesen war in ihren Augen eine beschränkte Monarchie. 
Wie kann aber eine Monarchie beschränkt genannt werden, wenn nie, auch 
nicht einmal als letzte Zuflucht, Gewalt gebraucht werden darf, um die 
Beschränkungen aufrecht zu erhalten2 In Russland, wo der Souverän 
nach der Staatsverfassung unumschränkt war, konnte man vielleicht mit 
einem gewissen Anstrich von Wahrheit behaupten, dass er ungeachtet aller 
Gewaltthätigkeiten, die er begehen mochte, doch immer noch berechtigts1var, 
nach christlichen Grundsätzen, von seinen Unterthanen Gehorsam zu Verlang 
gen. Hier aber waren Fürst und Volk durch die Gesehe gleid;mäßig ges 
bunden. Es war also Jacob, der das Wehe auf sich herabrief, welches 
gegen diejenigen verkündet ist, die den Gewalten trotzen, so da bestehen. 
Es war Jakob, der sich dem Gebote Gottes widerset,3,te, der sich gegen jene 
gesetzliche Obrigkeit empörte, der er hätte unterthan sein müssen, ,,nicht 
nur um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen,H und der, im 
wahren Sinne der Worte Jesu, dem Kaiser nicht geben wollte, was des 
Kaisers war.  
Jn Folge dieser und ähnlicher Betrachtungen singen die talentvollsien 
und aufgeklärtesten Tories an, einzugestehen, dass sie die Lehre vom passiven 
Gehorsam zu weit ausgedehnt hätten. Der Unterschied zwischen diesen 
Männern und den Whigs in Bezug auf die gegenseitigen Verpflichtungen 
des Königs und der Unterthanen war jeHt kein principieller Unterschied 
mehr. Zwar blieben zwischen der Partei, welche immer die Gesetzlichkeit 
des Widerstandes behauptet hatte, und den Neubekehrten noch viele historische 
Streitpunkte übrig. Das Andenken des seeligcn Märtyrers wurde von den 
alten Cavalieren, die bereit waren, gegen seinen entarteten Sohn die Waffen 
zu ergreifen, so sehr wie je in Ehren gehalten. Sie sprachen noch immer 
mit Abscheu von dem langen Parlamente, dem Rockenhauscomplotte und 
dem westlichen Aufstande. Wie sie aber auch über die Vergangenheit den: 
ken mochten, ihre Ansicht von der Gegenwart war ganz whiggistisch; denn 
sie waren seht der Meinung, dass übermäßiger Druck den Widerstand rechts 
fertigen könne. und sie hielten dafür, dass der Druck, unter welchem die 
Nation seufzte, ein übermäßiger seis7J. . 
VI Von dieser Veränderung in den Anßchten eines Theils der Tokppatfei giebt eine
        

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