Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-202592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-203725
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England, 
Geschichte von 
Capitel Alban Francis, zur Würde eines Magisters der Künste zugelassen wer, 
L. den solle. 
1687s Die akademischen Beamten, zwischen der Ehrfurcht vor dem Könige 
und der Ehrfurcht vor dem Gesetze schwankend, waren in großer Noth. 
Es wurden in aller Eile Boten an den Herzog von Albemarle abgesandt, 
der Monmonth7s Nachfolger als Kanzler der Universität geworden war. 
Er wurde ersucht, dem Könige die Sache in geeigneter Weise vorzustellen. 
Inzwischen begaben sich der Registrator und die Pedelle zu Franeis und 
theilten ihm mit, dass er, wenn er dem Gesetze gemäß den Eid leisten wolle, 
sogleich zugelassen werden solle. Er verweigerte. den Eid, machte den Uni: 
versitätsbeamten Vorstellungen über ihre Nichtachtung des königlichen Bei 
fehls, und da er fand, dass sie fest blieben, setzte er sich zu Pferde und eilte 
fort, um seine Beschwerden in Whitehall vorzubringen. 
Die Vorsteher der Collegien versammelten f7Eh, um zu berathen. Die 
Ansichten der bedeutendsten Juristen wurden eingeholt und waren entschieden 
zu Gunsten des eingeschlagenen Verfahrens. Schon aber war ein zweiter 
Brief von Snnderland, in stolzer nnd drohender Sprache, unterwegs. 
 Alben1arle benachrichtigte die Universität unter vielen Ausdrücken des Be: 
dauerns, dass er sein Möglichstes gethan habe, aber kalt und ungnädig vom 
sKönige empfangen wordensei. Die akademische Körperschaft, beunrnhigt 
durch das königliche Missfallen und von dem aufrichtigen Streben beseelt, 
den königlichen Wünschen entgegenznkommen, aber entschlossen, das klare 
Gesetz des Landes nicht zu verlehen, legte in der bescheidenstenund achtungs: 
vollsten Weise Erklärungen vor, aber vergebens. Bald nachher kam eine 
Vorladnng, welche den Viceianzler und den Senat auf den 2l. April vor 
die neue hohe Co1nmission in Westminster beschied. Der Vicekanzler sollte 
in Person erscheinen. Der Senat, welcher ans allen Doctoren nnd Mai 
gistern der Universität besteht, sollte Deputirte senden. 
Als der bestimmte Tag erschien, war das sEliathszimmer gedrängt voll 
Menschen. Jeffreys saß oben am Tische. Rochesier war, seit ihm der 
weiße Stab genommen, nicht mehr Mitglied. An seiner Stelle sah man 
den Lord Kammerherrn, John Sheffield, Grafensvon Mulgrave. Das 
IF Käf; Schicksal dieses Edelmanncs hatte in einer Beziehung Aehnlichkeit mit dem 
grade. seines Collegen Sprat. Mulgrave schrieb Gedichte, welche sich fast nie 
über die völlige Mittelmäßigkeit erhoben; da er aber ein Mann von hoher 
Bedeutung in der politischen nnd in der Modewelt war, so fanden diese 
 Gedichte Bewnnderer. Die Zeit löße den Zauber, aber zum Unglück für 
ihn nicht eher, als bis7seine Verse ein Verjährungsrecht auf einen Mag 
in allen Sammlungen der Werke der englischen Dichter beko1umen hatten. 
 Demgemäß werden bis auf den heutigen Tag seine gesehmacklosen gereimten 
Versuche und seine elenden Lieder an A1noretta nnd Gloriana in Gesell: 
fchaft des Comus und des Aleranderfestes wieder abgedruckt. Die Folge 
davon ist, dass unsere Generation Mulgrave hauptsächlich als schlechten
        

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