Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-200220
unter 
Jakob 
dem 
Zweiten. 
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Feld zu stellen. Mac Callnm More, arm und seiner Grafenwürde beraubt, Capitel 
konnte jeden Augenblick einen ernstlichen Bürgerkrieg erregen. Er brauchte  
sich nur an der Küste Von Lorn zu zeigen, und in.wenigen Tagen hätte NO. 
sksh eine Armee u1n ihn gesa1muelt. Die Streitn1acht, welche er unter 
günstigen Umständen ins Feld stellen konnte, belief sich ans 5000 Bewaffs 
nete, die seinem Dienste ergeben, an den Gebrauch von Schild und Schwert 
gewöhnt waren und sich nicht fürchteten, es selbst in osseue1n Felde mit re: 
geluiäßigcn Truppen aufzunehmen, ja vielleicht regelmäßigen Truppen in 
den Eigenschaften überlegen waren, deren es zur Vertheidignng wilder, in 
Nebel gehl1llter und von reißenden Bergströmen zerrissener Gebirgspässe 
bedarf. Was solch eine Streitkraft unter guter Leitung selbst gegen ge: 
diente Regin1enter und tüchtige Befehlshaber ausrichten konnte, zeigte sich 
einige Jahre später bei Killiecrankie.  
So stark aber auch Arghle7s Ansprüche an das Vertrauen der ver: F,j;XJIME 
bannten Schotten waren, gab es doch eine Partei unter ihnen, die ihm 
nicht hold war und nur seinen Namen und Einfluss zu benutzen wünschte, 
ohne ihm irgend eine irirkliäI Macht anzuVertrauen. Das Haupt dieser 
Partei war ein Gentlemau aus den Tieflanden, der in die Whigverschwö: 
rung verwickelt gewesen, und mit Mühe der Rache des Hofes entgangen 
war, Sir Patrick Hnme, von Polwarth in Berwickshire. Es sind große 
Zweifel an seiner Redlichkeit erhoben worden, doch ohne genügenden Grund. 
Es muss indessen zugeben werden, dass er seiner Sache durch seine Wuns 
derlichkeit eben so sehr schadete, wie er ihr durch Verrätherei hätte schaden 
können. Er war ein Mann, der eben so unfähig war zu leiten, wie zu 
folgen, grillenhaft, zänkisch, starrsinnig, ein endloser Schwäher, träge im 
Handeln gegen den Feind und nur thcitig gegen seine eigenez1Verbü1ideten. 
Mit sHuuie eng verbunden war ein anderer schottischer Verbanuter von gro: F;;nJFFJ 
ßen1 Ansehen, welcher viele von denselben Fehlern, wenn auch nicht in 
demselben Grade hatte, Sirt John Cochrane, zweiter Sohn des Grafen 
von Dundonald. 
Weit höher ist Andrew Fletcher von Saltoun zu stellen, ein  
der sich durch Gelehrsamkeit und Redegabe, eben so auch durch Muth, Un: 
eigenniihigkeit und Gemeinsinn auszeichnete, aber Von reizbarem, unlenksa:  
men Charakter. Gleich vielen seiner hochberi1hmten Zeitgenossen, wie z. B. 
Milton, Harrington, Marvel und Sidneh, hatte Fletcher durch die Miss: 
regierung verschiedener aufeinander folgender Fürsten eine starke Abneigung 
gegen die Erbmonarchie bekommen. Doch war er kein Demokrat. Er war 
das Haupt eines alten normannischen Hauses, und stolz auf seine Abstam: 
mung. Er sprach und schrieb schön, und war stolz auf seine geistige Ueber: 
legenheit. Als Geutle1uan wie als Gelehrter blickte er 1nitk Hochmuth 
auf das gemeine Volk hinab, und war so wenig geneigt, khUM politische 
Macht anzuvertrauen, dass er sie selbst des Genusses persönlicher Freiheit 
für unfähig hielt. Es ist ein merkwürdiger Umstand, dass dieser Mann,
        

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