Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199947
unter Jacob dem 
Zweiten. 
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Eine Secte protestantischer Dissenters betrachtete er zwar, selbst in Capitel 
dieser frühen Periode seiner Regierung, mit einer gewissen Zärtlichkeit, die  
Gesellschaft der Freunde. Die Vorliebe für diese sonderbare BriiderschaftJqZpFTGe. 
kann nicht religiöser Sympathie zngescl,sriebeu werden; denn von .9lUen,E1ZUZT9ei 
welche die göttliche Sendung Jesu anerkennen, gehen der Katholik nnd der Weis 
Quäker am weitesten auseinander. Es kann parador erscheinen, wenn 
man sagt, dass gerade dieser Umstand ein Band zwischen dem Katholiken 
und dem Quäker schuf: und doch war dem wirklich so. Denn sie wichen 
in entgegengesetzten Richtungen so weit von dem ab, was die große Masse 
der Nation als recht ansah, dass selbst freisinuige Leute sie im Allgemeis 
neu beide als jenseits der Grcinze der weitesten Tolcranz liegend, betrach: 
teten. So hatten beide erfreute Secten, gerade weil sie ertreme Secten 
waren, ein gemeinsames, von dein der dazwischen liegenden Secten vers 
fchiedeues Interesse. Die Quäker waren überdies schnldlos an allen Bei 
leidigungen gegen Jacob und,sein Haus. Sie hatten als GesellsOaft erst 
VSiIc1nden, als der Krieg zwischen seinem Vater nnd dem langen Parla: 
mente sich zu Ende neigte. Sie waren von einigen der revolutionären 
Regierungen grausam verfolgt worden. Sie hatten sich seit der Restaura: 
tion, trog aller üblen Behandlung, ruhig der königlichen Autorität unter: 
worfen. Denn sie waren, obgleich auf Grund von Prämissen, welthe die 
auglicauischeu Theologen als heterodor betrachteten, doeh, wie die leHteren, 
zu dem Schlusse gekonnnen, dass kein Uebermaaß der Tyrannei von Seiten 
eines Fürsten den activen Widerstand von Seiten des Unterthanen recht: 
fertigen könne. Nie hatte einem Quäker eine Schniähschrift auf die sRe: 
giernng nachgewiesen werden können NO. In keine Verschwörung gegen die 
Regierung war ein Quäker verwickelt gewesen. Die Gesellschaft hatte nicht  
in das Geschrei für die Ausschließuugsbill eingeftiinmt nnd das Roggen: 
hauscon1plot als einen. höllischen Plan und ein Werk des Teufels feierlich 
verdammt VI. Wirklich nahmen die Freunde damals sehr wenig Antheil 
an politischen Streitigkeiten: denn sie waren nicht wie jetzt in großen 
Stadien zusa1nmengeschaart, sondern gaben sich in der Regel mit dem 
Ackerbau ab, einer Beschäftigung, von der sie nach und nach durch die 
VlaCkereieu vertrieben worden sind, welche eine Folge ihres seltsamen 
Skrupels in Bezug auf die Zahlung des Zehnten waren. Sie waren des: 
halb weit entfernt von dem Schauplahe des politiseheu Kampfes. Sie vers 
mieden auch selbst im häuslichen Kreise grundsätzlich alle politische Unter: 
Haltung. Denn solch eine Unterhaltung war, ihrer Meinung nach, ihrer 
Gemiithsgeistigkeit ungünßig und diente dazu, die ernste Gesehtheit ihres 
Wesens zu stören. Die Jahresversammluugen in jener Zeit ermahnten 
II S. den Brief von König Carl it. vor Barclay7s 
VII Sewel7s Geschichte der Quäker, Buch X, 
Apologie.
        

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