Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-201774
240 
Geschichte von England, 
Capitel Dass der König die Häuser nicht zusammenzuberufen wünschte, ist nicht 
H auffallende; denn er hatte beschlossen, eine Politik zu befolgen, von der er 
.  wusste, dass sie ihnen im höchsten Grade verhasst war. Er hatte von sei; 
neu Vorgängern zwei Kronvorrechte geerbt, deren Gränzen nie genau bei 
stimmt worden waren und die, wenn sie unbegränzt ausgeübt wurden, als 
leiu hingereicht hätten, die ganze Kirchens und Staatsverfassung über den 
Haufen zu werfen. Diese Rechte waren das Dispensationsrecht und das  
geistliche Supremat. Mittels des Dispensationsrechts beabsichtigte der König, 
den Katholiken nicht bloß zu bürgerlichen und ,militärischen, sondern auch 
zu geistlichen Aemtern Zutritt zu verschaffen. Mittels des geistlichen Sus 
premats hoffte er die anglicanische Geistlichkeit zu seinem Werkzeuge bei 
der Vernichtung ihrer eigenen Religion zu machen. 
Dieser Plan entwickelte sich allmählig. Man hielt es nicht für gera: 
then, glei6h Anfangs der Gesammtheit der Katholiken Dispensation von 
allen GeseYen zu gewähren, welche Strafen nnd Testeide auferlegten. Denn 
nichts stand fester, als dass eine solche Dispensation ungesetzlich war. Das 
Cabalminifterium hatte im Jahre 1672 eine allgemeine Jndulgenzerklärung 
erlaHen. DiesGemeinen hatten, sobald sie zusammentraten, dagegen prote: 
stirt. Carl der Zweite hatte sie in seiner Gegenwart aufheben lassen nnd 
sowohl mündlich, als durch eine geschriebeue Botschaft, die Häuser ver: 
sichert, dass der Schritt, welcher so viel Beschwerde verursacht, nie als 
Präcedenz gelten solle. Jn keinem juristischen Collegium hätte man leicht 
einen Advocaten von Ruf finden können, der es übernommen hätte, ein 
Gesetz zu vertheidigen, welches der Souverän wenige Jahre zuvor im vol: 
 len Parlamente vom Throne aus aufgegeben hatte. Aber nicht ganz so 
klar war es, ob nicht der König. aus besonderen Gründen einzelnen nam:I 
haft gemachten Jndividuen Eren1ptionen bewilligen konnte. Jacob7s erstes 
Ziel war demnach, von den Gerichtshöfen des gemeinen Rechts eine Aus 
erkennung zu erlangen, dass er das Dispensationsrecht wenigstens bis zu 
, dieser Ausdehnung besiHe. 
 Aber obgleich seine Ansprüche im Vergleich zu denen, welche er einige 
Free: Weis Monate später erhob, mäßig waren, fand er bald, dass er fast die ganze 
. Meinung von Wesiminsterhall gegen sich hatte. Vier von den Richtern 
gaben ihm zu verstehen, dass sie bei dieser Gelegenheit seinen Zwecken nicht 
dienen könnten, und es ist bemerkenswerth, dass alle vier heftige Tories 
waren und dass sich Männer unter ihnen befanden, welche Jeffreys auf 
der blutigen Rnndreise begleitet und für den Tod Cornishls und Elisabeth 
Gaunt7s gestimmt hatten. Jones, der Oberrichtrr des Civilgerichtshofes, 
ein Mann, der sich früher nie vor einer noch so grausamen und knechtischen 
Handlung gescheut hatte, führte jetzt. im königlichen Cabinette eine Sprache, 
welche.den Lippen der fleckenlosesten Beamten in unserer Geschichte geziemt 
haben würde. Man sagte ihm gerade heraus, dass er entweder seine Mei: 
nung oder seine Stelle aufgeben müßt. ,,An meiner Stellest erwiderte
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.