Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-201600
unter Jakob dem Zweiten. 
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und zu gleicher Zeit in Bezug auf die Wahl ihrer Mittel ohne Bedenk, Capitel 
lichkeiten waren.  
Von Anfang an hatte ein besonderes Unterthänigkeitsband die Jesuiten NR 
mit dem Papste verknüpft. Es war ebensowohl ihre Mission gewesen, alle 
Empötnng im Schooßc der Kirche zu dämpfen, als auch dieselbe gegen die 
Angrifse ihrer erklärten Feinde zu vertheidigen. Jhre Lehre war im höths  
sien Grade das, was man diesseits der Alpen ultra1nontan genannt 
hat, und unterschied sich saß eben so sehr von BoHuetis, wie von 
Luther7s Lehre. Sie verdammten die gallicanisehen Freiheiten, den Aus. 
spruch öknmenisrher Concilien auf die Oberanfsicht über den heiligen Stuhl, 
nnd den Anspruch der Biscböfe aus einen unmittelbaren Austrag vom 
Himmel. Lainez erklärte in Trient, im Namen der ganzen Brüderschast, 
unter dem Beifall der Creaturen Pius des Vierter: nnd dein Murren fran: 
zösischer und spanischer Prälaten, dass das Negiuient über die Glciubigen 
von Christus dem Papste allein übertragen, dass im Papste allein alle 
priesierliche Gewalt concentrirt sei und dass alle göttliche Autorität der  
Priester und Visrhöfe vom Papste allein statn1neVJ. Jahre lang hatte die 
Verbindung zwischen den Päpsten und dem Orden unverändert fortgedauett. 
Wäre es noch so gewesen, als Jacob der Zweite den englischen Thron bei 
stieg, so würde wahrscheinlich die große Revolution, die in kurzer Zeit die 
ganze Lage der eurohäischen Angelegenheiten veränderte, nie Statt gefuni 
den haben. Aber schon vor der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts war 
die Gesellschaft, stolz auf ihre Dienste nnd ihrer Kraft vertrauend, des 
Joches überdrüssig geworden. Es entßand ein Geschletht von Jesuiten, die 
nicht sowohl von dem römischen wie von dem französischen Hofe Schuh 
und Leitung erwarteten, und diese Neigung wurde nichtswenig verstärkt, 
als Jnnocenz der Elfte auf den päpstlichen Stuhl erhoben ward. 
DieiJesuiten führten damals einen Krieg auf Leben und Tod gegen 
einen Feind, den sie anfangs verachtet hatten, den sie aber endlich gezwuns 
gen gewesen waren, mit Achtung und Furcht zu betrachten. Gerade, als 
ihr Glücks seinen Höhepunkt erreicht hatte, trat eine Handvoll Gegner gegen 
sie auf, die zwar bei den Regenten dieser Welt keinen Einfluss hatten, 
deren Stärke aber im religiösen Glauben und geistiger Energie beruhte. 
Es folgte ein langer, merkwürdiger, rnhmvoller Kampf des Genies gegen 
die Macht. Der Jesuit rief Cabinette, Tribunale, Universitäten zu Hülfe, 
und sie entspradhen.dem Rufe. Port Rohal legte nicht vergebens Verm 
sung an die Herzen und die Einsicht von Millionen,ein. Die Dictatoren 
der Christenheit sahen sich plötzlich in der Lage von Missethätern. Sie 
waren beschuldigt, den Maaßstab der evangelischen Sittlichkeit fViiematiseh 
verringert zu haben, in der Absicht, ihren eigenen Einfluss zu vermehren, 
und die Anklage wurde in einer Weise erhoben, welche gleichzeitig die Aufs 
II 
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