Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-201545
unter Jakob dem Zweiten. 
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büßte durch schwere Leiden die Ausschweifungen seiner Jugend; aber Alter Capitel 
und.Krankheit hatten seinen Charakter und seine Sitten nicht wesentlich  
verändert. Noch immer, so oft er den Mund öffnete, prahlte, fluchte und MS. 
schwur er mit so wahnsinniger Heftigkeit, dass oberflächliche Beobachter ihn 
für den wildesien Wüstling hielten. Die Menge konnte nicht begreifen, 
dass ein Mann, der selbst in der Nüchternheit wüthender und großthues 
tischer war, als alle anderen im Nausche, und der gar nicht im Stande zu 
sein schien, irgend eine Gemüthsbewegung zu verbergen oder irgend ein 
Geheimniss zu bewahren, in Wirklichkeit ein kaltherziger, scharf1ichtiger und 
intrignanter Ohrenbläser sein konnte. Ein solcher aber war Talbot. Wirks 
lich war seine Heuchelei von höherer und seltenerer Art als die, welche im 
Bareboneparlament geblüht hatte. Denn der vollendete Heuchler ist nicht 
derjenige, welcher das Laster unter der Maske der Tugend versteckt, sondern 
derjenige, der das Laster, welches er kein Bedenken trägt, zu zeigen, zum 
Deckmantel eines schwärzeren und einträglicheren Lasters macht, welches er 
ein Interesse hat, zu verbergen. 
Talbot, von Jacob zum Grafen von Tyrcounel erhoben, hatte wähi 
rend der neun Monate zwischen Carl7s Tode und dem Anfange von Clai 
rendonis Vicekönigthum die Truppen in Jrland commandirt. Als der 
neue Lord Lieutenant im Begriff war, von London nach Dublin zu reis 
sen, wurde der General von Dublin nach London gerufen. Dick Talbot 
war mit dem Wege, auf dem jetzt seine Reise ging, lange wohl bekannt 
gewesen. Zwischen Chester und der Hauptstadt gab es kaum ein Wirthsss 
haus, wo er nicht einen Streit gehabt hatte. Ueberall, wohin er kam, 
erpresste er gegen das Gesetz Pferde, fluchte über die Köche und Posrillone 
und veranlasste durch seine Unverschämten Prahlereien beinahe einen Aufs 
lauf. Die Nesormation, sagte er zum Volke, habe Alles verdorben; aber 
es kämen setzt schöne Zeiten. Die Katholiken würden bald obenauf sein.  
Die sicher würden für Alles bezahlen. Unaufhörlich faselnd und lästernd, 
wie ein Besessener, kam er nach HofeVJ. Sobald er dort war, srhloss er 
sich eng an Castelmaine, Dover und Albeville an. Diese Leute riefen eins 
stinnnig nach Krieg gegen die Verfassung der Kirche und des Staates. 
Sie sagten ihrem Herrn, er sei es seinem Glauben und der Würde seiner 
Krone schuldig, gegen das Geschrei keherisc3her Demagogen Stand zu halten 
und dem Parlamente gleich vom Anfange an zu zeigen, dass er trotz des 
Widerstandes Herr sein wolle, und dass der Widerstand nur die Wirkung 
haben würde, ihn zu einem harten Herrn zu machen.  
Jede der beiden Parteien, in welche der Hof gespalten war, hatte 3i;sifck;;3W 
Gesandten. 
VI 1Ilemoires de Grim1mont. Leben EdUakd7s, Grafen Von sClakenbvn; Bkiefs 
wechsel HeinrichB, Grafen von Clarendon, an mehreren Stellen, besonders den 
Brief v. 29. Der. 1685. Sheridan MS. unter den StuaktsPapierenz Glis 
Briefw. 12. Jan. 1686. 
        

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