Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-201406
unter Jakob dem Zweiten. 
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An demselben Tage zeigte es sich, dass der Geist des Widersiandes Capitei 
sich vom Unterhanse in das Oberhaus und selbst auf die Bischofsbank vers  
breitet hatte. Wil1iam Cavendis h, Graf von Devonshire, stand im Obers Opf,JsiZ32 
hause an der Spitze, und er war ganz der Mann dazu. An Reichth11m3FI;Z,ZLc3 
und Einfluss stand er keinem englischen Edel1nanne nach, nnd die allgemeine s,I;j,IiZ,, 
Stimme erklärte ihn für den feinsten Geutleman seiner Zeit. Seine Prachti  
liebe, sein Geschmack, seine Talente, seine classisthe Gelehrsamkeit, seine 
Hochherzigkeit, die Anmuth und Feinheit seiner Manieren erkannten selbß 
seine Feinde an. Leider konnten seine Lobredner nicht behaupten, dass sein 
sittlicher Charakter dem weitverbreiteten Ansteckungsftoffe jener Zeit ganz 
entgangen sei. Obgleich ein Feind des Papismus und der Wilikührherrg 
schaft, war er gegen ertreme Maaßregeln gewesen, hatte sich nash Verwers 
sung der Ausschließnngsbill zu einem Vergleiche willig finden lassen, und 
war nie bei den uugeseHlichen und unklugeu Plänen betheiligt gewesen, 
welche die Whigpartei in Verruf gebracht hatten. Obgleich er aber das 
Verfahren seiner Freunde zum Theil misTbiliigte, so er1nangelte er deswes 
gen nicht, die schwersten und gefährlichften Pflichten der Freundschaft zu erfül: 
len. Er hatte neben Russell vor der Gerichtsschranke gestanden, sich von ihm 
an dem traurigen Morgen der Hinrichtung unter zärtlichen Umarinungeu 
und vielen bitteren Thränen getrennt, ja, er hatte ihm mit Gefahr seines 
eigenen Lebens zur Flucht verhelfen wollen VI. Dieser ausgezeichnete 6del: 
mann schlug jetzt Vor einen Tag festzusetzen, um die königliche Rede in Ers 
wägung zu ziehen. Auf der anderen Seite wurde geltend gemacht, dass das 
Oberhaus, indem es einen Dank für die Rede votirte, jich selbst die Mög: 
lichkeit abgeschnitten habe, sich über dieselbe zu beklagen. Diesen Einwurf 
aber behandelte Halifar mit Verachtung. ,,Solch ein Dank,0 sagte er mit 
jenem sarkastischen Scherze, in welchem er Meister war, ,,enthält keine Vilg 
ligung. Wir sind immer dankbar, wenn unser gnädiger SouVerän sich 
herablässt, mit uns zu reden. Besonders dankbar sind wir, wenn er, wie 
bei dieser Gelegenheit, frei herausspricht und uns ehrlich vorherfagt, was 
wir zu leiden haben sollenHJ. Docior Heini; Compton, Bischof von M Why, 
London, sprach kräftig für den Antrag. Obgleich er kein Mann von bedeuivo11Mvos:. 
tenden Fähigkeiten und auch in den Kenntnissen seines Berufes nicht sehr 
bewundert war,,hötte ihn das Haus immer achtungsVoll an  denn er war 
Abends verhaftet und das Parlament wurde am 20. vertagt. Burnetls Erzählung 
wird durch die Tagebücher bestätigt, aus denen hervorgeht, dass am 19. über mehrere 
Wahlen verhandelt wurde.  
VI Burnet, I. 560; Leicl;enpredigt für den Herzog von Devonfhire; gehalten 
von Kennel, 1708; Reisen Cosmo7s in. in England. 
MS Bramfton7s Denkwükdigk. Burnet giebt sowohl die Zeit, wo diese Bemers 
fang gemacht wurde, als auch die Person, welche He machte, unrichtig an. Jn Hai 
lifax7s Brief an einen Difsenter findet sich eine merkwürdige Anspielung auf diese 
Verhandlung.
        

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