Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-199158
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-200380
unter Jarob dem Zweiten. 
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dafür, daH der Gefangene dieselben Thore und dieselben Straßen passiren CapiteI 
tnufste, durch welche Montrose zu derselben Bestimmung geführt war, Die ,jL 
Truppen, welche den Zug begleiteten, standen unter dem Befehl ClaVer2 TM. 
house7s, des wildesten und sinstersten des Geschlechts der Graham. Als der 
Graf im Castell anlangte, wurden seine Füße in Eisen gelegt und es wurde 
ihm angezeigt, dass er nur noch wenige Tage zu leben habe. Es war be; 
fthlossen worden, ihm nicht für sein letztes Verbrechen den Process zu mai 
then, sondern ihn auf Grund des mehrere Jahre Vorher gegen ihn erlasse:  
neu Urtheils hinzurichten, eines so schreiend ungerechten Urtheils , dass die 
servilscen und verhärtetsten Juristen jenerschleehten Zeit nicht ohne Schaam 
davon sprechen konnten. 
Aber weder der schimpfliche Zug durch High Street, noch die nahe 
Aussicht auf den Tod vermochten Argyle7s milde und majestätische Geduld 
zu stören. Seine Festigkeit wurde aus eine noch schwerere Probe gestellt. 
Auf Befehl des geheimen Rathes wurde ihm ein Blatt mit Fragen vor: 
gelegt. Er antwortete auf diejenigen, auf welche er ohne Gefahr für irgend  
einen seinersFreuude antworten konnte, und weigertesich, mehr zu sagen. Man , 
sagte ihm, dass wenn er nicht vollständigere Antworten ertheile, er aus die 
Folter gespannt werden würde. Jacob,,dem es ohne Zweifel leid that, 
dass ge selbst seine Augen nicht an dem Anblicke Arghle7s in den Folters 
iiiefeln weiden konnte, sandte bestimmte Befehle nach Edinbukgh, dass nichts 
unterlassen werden sollte, was dem Verräther Aussagen gegen alle bei dem 
Verrathe Betheiligten entreißen könnte. Aber die Drohungen waren vers 
gebens. Mit Folter und Tod in unmittelbarer Aussicht, dachte Mac Cals 
lumMore weit weniger an sich, als an seine armen Clansleute. ,,Jch bin 
heute besehäftigt gewesen,t schrieb er iaus seiner Zelle, ,,Unterhandlungen 
für sie auzuknüpfen und hatte einige Hoffnung. Aber diesen Abend kamen 
Befehle, dass ich Montag oder Dienstag sterben muss, und ich soll auf die U 
Fvlter gespannt werden, wenn ich nitht eidlich auf alle Fragen antworte. 
Aber ith hoffe, Gott wird mir helfen.ii 
Die Folter wurde nicht zuerkannt. Vielleicht hatte die Großherzigs 
keit des Opfers die Sieger zu ungewohntem Mitleiden bewogen. Er selbst 
bemerkte, daß. sie anfangs sehr rauh gegen ihn gewesen seien, aber bald 
angefangen hätten, ihn mit Achtung und Güte zu behandeln. ,,Gott,H sagte 
er, ,,hatte ihre Herzen geriihrt.H Es ist gewiss, dass er keinen seiner Freunde 
verrieth, um sich vor der äußersten Grausamkeit seiner Feinde zu retten. 
Am letzten Morgen seines Lebens schrieb er folgende Worte: ,,Jch habe 
keinen zu seinem Nachtheile genannt. Ich danke Gott, dass er mich wun: 
derbar gestärkt hatt  
Er verfasste seine eigene Grabschrift, ein kurzes Gedicht, bedeutnngsvoll 
und geistreich, einfach und kräftig in der Sprathe und von ziemlich gutem 
Versbau. Jn diesem kleinen Stücke klagte er, dass, obgleich feine Feinde 
mehrmals seinen Tod beschlossen, seine Freunde doch noch grausamer gewes 
        

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