Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-195542
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-196626
vor der Restauration. 
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von militärischer Gewalt zu lassen, deren seine Vorfahren genossen hats 
ten. 
Wenn ein Land sich in der Lage befindet, wie damals England, wenn 
das königliche Amt mit Liebe und Verehrung, die Person aber, welche 
jenes Amt bekleidet, mit Hass und Argwohn betrachtet wird, so scheint das 
zubeobachtende Verfahren auf der Hand zu liegen. Die Würde des Amts 
muss bewahrt, die Person muss abgesetzt werden. So handelten unsere 
Vorfahren 1399 und 1689. Hätte es im Jahre 1642 irgend Jemand ges 
geben, der eine ähnliche Stellung einnahm, wie Heinrich von Lancaster 
zur Zeit der Abfet;,ung Richard7s des Zweiten, oder der Prinz von Oras 
nien zur Zeit der Absetzung Jacob7s des Zweiten, so würde das Parlament 
wahrscheinlich die Dynastie gewechselt, aber keinen förmlichen Wechsel der 
Verfassung vorgenommen haben. Der neue König, durch ihre Wahl auf 
den Thron berufen und von ihrer Unterstützung abhängig, wäre genöthigt 
gewesen, in Uebereinstimmung mit ihren Wünschen und Meinungen zu res 
gieren. Aber es war kein Prinz von königlichem Blute in derParlamentss 
Partei vorhanden; und obgleich dieselbe viele Männer von hohem Range 
und viele von ausgezeichneten Fähigkeiten in ihren Reihen zählte, so ragte 
doch keiner so sichtbar über die andern hervor, dass er als Kroncandidat 
aufgestellt werden konnte. Da man einen König haben wollte, ein neuer 
König aber nicht zu finden war, so musste man Karl den königlichen Titel 
lassen. Es blieb deshalb nur eine Verfahrungsweise übrig, nämlich die, 
den königlichen Titel von den königlichen Vorrechten zu trennen. 
Obgleich die Veränderung, welche das Parlament mit unseren Eins 
richtungen vorzunehmen beschloss, in der genauen Ausführung und metho: 
dischen Zusammenstellung von Vertragsartikeln außerordentlich groß er: 
scheint, so lief sie doch in der That auf wenig mehr hinaus, als die ein 
Menschenalter später durch die Revolution bewirkte Veränderung. Allers 
dings wurde bei der Revolution der Souverain nicht durch ein Gesetz der 
Macht beraubt, seine Minister zu ernennen; eben so wahr aber ist es, dass 
seit der Revolution kein Ministerium im Widerspruch mit den Ansichten 
des Unterhauses sechs Monate lang hat im Amte bleiben können. Zwar 
besitzt der Souverain noch die Macht, Peers zu ernennen, und die noch 
wichtigere Macht des Schwertes; eben so wahr aber ist es, dass der Sau: 
verain bei der Ausübung dieser Gewalten seit der Revolution immer von 
Rathgebern geleitet worden ist, welche das Vertrauen der Vertreter der 
Nation besaßen. Wirklich hatten die Führer der Partei der Rundköpfe 
TM Jahre 1642 und die Staatsmänner, die, etwa ein halbes Jahrhundert 
fpiiter, die Revolution bewirkten, genau dasselbe Ziel vor Augen. Dieses 
Ziel war, den Streit zwischen der Krone und dem Parlamcnte dadurch zu 
beenden, dass man dem letztern die Oberaufsicht über die ausübende Vers 
waltung gab. Die Staatsn1ännner der Revolution bewirkten dies indii 
tret durch einen Wechsel der Dynastie. Die Rundköpfe von 1642 muss 
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C apitel 
I.
        

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