Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-195542
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-197971
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England, 
GkfEhkSbte von 
Capitel 
III.  
Die Gardeinfanterie bestand aus zwei Regimentern, welche damals, 
wie noch jetzt, erstes RegimentFußgarden und Coldstreamgardsen hießen. Sie 
versahen den Dienst gewöhnlich in der Nähe von Whitehali und des St. 
James:Palastes. Da es damals keine Casernen gab und nach der Bitte 
um Recht die Soldaten nicht bei Privatleuten einquartirt werden durs: 
ten, so füllten die Rothröcke alle Bierhäuser von Westminster und dem 
Strande. 
Es gab fünf andere Regimenter Fußvolk. Eins von diesen, das 
Admiralregiment genannt, war besonders für den Dienst ans der Flotte 
bestimmt. Die übrigen vier sind noch jetzt dem Range nach die vier ersten 
Liuienregimenter. Zwei von diesen bildeten zwei Brigaden, welche auf 
dem Continente lange Zeit den Ruhm brittischer Tapferkeit aufrecht ers 
halten hatten. Das erste oder königliche Regiment hatte unter dein gro: 
ßen Gustav einen bedeutenden Antheil an der Rettung Deutschlands ges 
non1men. Das dritte Regiment, welGes fleischfarbige Aufschläge trug nnd 
von diesen den wohlbekannten Namen der Lederfarbigeu führte, hatte unter 
MoriH von Nassau nicht weniger tapfer für die Befreiung der Niederlande ge: 
fochten. Beide rittcrlirhe Schaaren waren endlich nach vielen Wechselfällen 
von Carl dem Zweiten aus dem fremden Dienste zurückberufen und auf 
den englischen Etat gesetzt worden. 
Die Regimenter, welche jetzt der Reihe nach das zweite und vierte 
Linienregiment bilden, waren im Jahre 1685 gerade von Tanger zurück: 
gekehrt und hatten rohe und ausgelassene Sitten mitgebracht, die sie in einem 
langen Kriegsleben gegen die Mauren angenommen. Einige Compagnien 
Jnsanterie, die nicht zu Regimentern vereinigt waren, lagen in Tilburhs 
Fort, Portsmouth, Plymouth und in einigen andern wichtigen Stationen 
an der Küste oder in der Nähe derselben in Garnison. 
Seit dem Anfange des 17. Jahrhunderts war mit den Waffen der 
Jnfanterie eine große Veränderung vor sich gegangen. Die Pike hatte alli 
mählig der Muskete PlaH gemacht, und zu Ende der Regierung Carlls 
des Zweiten bestand der größte Theil seines Fußvolks aus Musketieren. 
Es waren indessen noch immer viele Lanzenknechte darunter. Jede Trup: 
pengattung wurde gelegentlich in dem Gebrauche der Waffe, die eigentlich 
der anderen Gattung angehörte, unterrichtet. ,Jeder Fußsoldat hatte für 
den Kampf in der Nähe ein Schwert an der Seite. Der Dragoner war 
wie ein Musketier bewaffnet und gleichfalls mit einer Waffe versehen, 
welche im Laufe vieler Jahre uaeh und nach in Gebrauch gekommen war 
und von den Engländern damals ein Dolch genannt wurde, seit der Zeit der 
sRevolution aber bei uns unter dem französischen Namen Vayonnet bekannt 
gewesen ist. Das Bahonnet scheint damals kein so furchtbares Mordwerk: 
zeug gewesen zu sein, wie es seitdem geworden ist, denn es wurde in die 
Mündung der Flinte gesteckt nnd im Kampfe ging viel Zeit damit ver:
        

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