Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Thomas Babington Macaulay's Geschichte von England seit dem Regierungsantritte Jacob des Zweiten
Person:
Macaulay, Thomas Babington Lemcke, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-195542
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-197207
unter Carl dem Zweiten. 
139 
Die Gemüther waren jeht in einer Stimmung, dass jede Regierungs: Capitkl 
handlung Missvergnügen erregte. Carl hatte die Prinzessin Catharine von us  
Portugal zur Frau genommen. Diese Heirath wurde allgemein ungern 
gesehen und das Murren wurde laut, als es sich zeigte, dass der König . 
wahrscheinlich keine legitimen Nachkommen haben würde. Dünkirehen, das 
Oliver Spanien abgewonnen hatte, wurde an König Ludwig den Vierzehns 
ten von Frankreich verkauft. Dieser Handel erregte allgemeinen UnwilIen. 
Die Engländer fingen bereits an, die Zunahme der französischen Macht 
ungern zu sehen und das Haus Bourbon mit demselben Gefühle zu betrachi 
ten, mit dem ihre Großväter das Haus Oesterreich betrachtet hatten. War 
es klug, so fragte man, .in solcher Zeit die Stärke einer schon zu furchts 
baten Monarchie noeh zu vermehren2 Dünkirchen wurde überdies vom 
Volke nicht nur als Waffenp1aH und als ein Schlüssel zu den Niederlans 
den , sondern auch als eine Trophäe englischer Tapferkeit werth gehalten. 
Es war für Carlis Unterthanen das, was Calais für eine frühere Genera: 
tion gewesen war und was der dureh Jahre voll Ungemach und Gefahr 
gegen die Flotten und Heere eines mächtigen Bimdnisses so mannhaft vers 
theidigte Felsen von Gibraltar für uns ist. Der Vorwand der Sparsams 
keit hätte in dem Munde einer wirklich sparsamen Regierung einiges Ges 
Wicht haben können. Aber es war allbekannt, dass die Ausgaben für 
Dünkirchen noch lange nicht die Summen erreichten, die am Hofe in Laster 
und Thorheit vergeudet wurden. Es schien unerträglich, dass ein Herr: 
scher, der in Allem, was sein eigenes Vergnügen betraf, beispiellos vers 
schwenderisch war, sich in Allem, was die Sicherheit nnd Ehre des Stark: 
tes anging, kniclerig zeigte.   
Die öffentliche Unzufriedenheit wurde noch größer, als man sah, dass, 
während Dünkirchen unter dem Vorwande der Sparsamkeit aufgegeben 
ward, die Festung Tanger, die einen Theil des Heirathsgutes der König 
gin Catharine bildete, mit ungeheuern Kosten hergestellt und im Stande 
erhalten wurde. An diesen Platz knüpften sich keine den Nationalstolz bei 
friedigende Erinnerungen; er konnte in keiner Weise das Jnterehe der Nas 
tion erregen; er verwickelte uns in ruhmlose , unvortheilhaste nnd endlose 
Kriege mit Stännnen halbwilder Muselmänner, und lag in einem für die 
Gesundheit und Körperkraft des englischen Volksstammes höchst ungünsti: 
gen Himmelsstriche. 
Aber das Murren,.welches diese Fehler erregten, war schwach im Vers  
gleich mit dem Geschrei, welches sich bald erhob. Die Regierung ließ sich Ums 
in einen Krieg mit den Vereinigten Niederlanden ein. Das Unterhaus 
gewährte bereitwillig Summen von beispiel1oser Größe in unserer Geschiehte, 
Summen, welche diejenigen überstiegen, womit CromwelI7s Flotten und 
Heere erhalten worden waren, zur Zeit, als seine Macht der Schrecken 
der Welt war. Aber die Verschwendung, Unehrenhaftigkeit und Unfähig: 
keit seiner Nachfolger in der Gewalt waren der Art, dass diese Freigebig:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.