Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190645
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-191843
Politik Carls V. 
Stellung und 
85 
kraft ebenfalls aus Religionseifer über die Alpen zu Hülfe ges 
kommen um die Protestanten zu unterwerfen. 
Nicht selten hat er mit Frankreich über einen Angriff gegen 
England unterhandelt, dann hat der König von England doch 
sich mit ihm gegen Frankreich verbündet. 
Die Protestanten, die es oft erfahren, daß in der eure: 
päischen Opposition gegen das Haus OesIreich das Verhältniß 
lag das ihnen Raum in der Welt gemacht, hat er doch bewogen, 
mit ihm wider das Haupt dieser Opposition zu Felde zu ziehen. 
Dafür sah denn der König von Frankreich wieder zu, als sie 
mit Krieg überzogens wurden. 
Was wäre wohl aus CarlV geworden, wenn die deutschen 
Fürsten sich jemals vereinigt hätten, den Begriff, die Rechte des 
Reiches als einer Gesammtheit gegen ihn zu behaupten2 Es 
find öfter Versuche dazu vorgekommen, aber immer noch zur 
rechten Zeit gefprengt worden. Die Uneinigkeit der Stände 
verschafste ihm vielmehr eine täglich größere Einwirkung. 
Und selbst hiemit hätte er noch nichts ausgerichtet, hätten 
sich nur wenigstens die Neugliiubigen zur Vertheidigung vers 
einigt. Wie weit aber war er ihnen an Weltübersicht und 
Klugheit überlegeni er wußte zu bewirken, daß sie einer wider 
den andern die Waffen ergriffen. 
Es liegt wohl am Tage, daß eine Politik die immer offen 
hervorgetreten wäre, von der man gewußt hätte was sich von 
ihr erwarten ließ, niemals dahin gelangt sein würde. Wer aber 
wäre im Stande gewesen diese Politik zu durcl,sfchauen2 Die 
entscheidenden Handlungen auf denen ihre Erfolge beruhen, sind 
immer von Zweifel umgeben, in Dunkel gehüllt. 
Kein größeres Glück für den Kaiser, als daß die Deutschen 
sich der Stadt Rom bemiichtigten: er legte Trauer darüber an. 
Wer kann sagen, ob es irgend eine Bedingung gab, unter der 
er Mailand an einen französischen Prinzen wirklich abgetreten 
hätte2 doch hat er ein Jahrzehent darüber unterhandelt. 
Welches war seine wahre Meinung, die, welche Held in 
Schmalkalden aussprach, mochte dieser gleich seiner damaligen 
Jnstruction entgegenhandeln, oder die, welche Lunden darstelIte2 
Wir haben die Z1veideutigkeiten erörtert, in denen Carl V
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.