Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190645
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-194742
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sauch die Sprichwörter der verschiedenen Sprachen, die sich auf 
Thiere beziehen, werden herangezogen; die Maxime des Vers 
fassers war, nichts zu wiederholen, nichts wegzulassen. Nicht 
so häufig wie man meint ist das Talent der Compilation. Soll 
sie der Wissenschaft dienen, so muß sie nicht allein aus viel: 
seitiger Lectüre hervorgehn, sondern auf ächtem Interesse und 
eigener Kunde beruhen, und durch feste Gesichtspunkte geregelt 
sein. Ein Talent dieser Art von der größten Befähigung war 
Conrad Ges;ner. Als alles beisammen war, zeigten sich erst die 
Linken. Geßner setzte seine literarischen Bekannten in den ver: 
schiedenen Ländern, deren er über 50 zählt, Jtaliener, Franzosen, 
Engliinder, Polen und hauptsächlich Deutsche, in Bewegung, 
um ihm mit Beschreibungen des noch Unbekannten und mit Abs 
bildungen zu Hülfe zu kommen. So brachte er einen Thesaus 
rus zoologischer Kenntnisse zusammen1J, in dem sich Gemein: 
nüYigkeit und Wissenschaftlichkeit vereinigen der fortan für den 
Fortgang des Studiums eine treffliche Grundlage bildete und 
noch heute unentbehrlich ist. 
Das Gleiche wünschte Geßner nun auch für das Pflanzen: 
reich zu leisten, wofür er sein ganzes Leben lang im StilIen 
gearbeitet und alles vorbereitet hatte; doch war es ihm nicht 
beschieden, damit zu Stande zu kommen. Große Erwartungen 
erweckte einst für diesen Zweig Valerius Cordus, der als 
Studirender und junger Lehrer in Wittenberg sich so zu sagen 
in inneren Besitz der Pfkanzenbeschreibungen der Alten sehn, 
und damit einen unermüdlichen Eifer selber zu suchen und zu 
beobachten verband: er hat das meißnische Hochland ganze Tage 
durchstreift, um ein einziges Heilkraut zu finden; aber eben 
dieser Ungestüm der Lernbegier zog ihm aus einer italienischen 
Reise,. wo er des Clima nicht achtete7 einen frühen Tod zu2J. 
U Oonradi Gesnekj historiae animaliu1n libki: opus phi1osos 
phis, meclicis, gkammatieis, philologis, p0ötjs et omnibus rekum 
ling11arumque variatum studiosis, utilissimu1n simu1 jucunclissimums 
qui: kuturum. Tigu1si 1551. 4 Foliobände hat er noch selbst herausgegeben. 
2J Pers make sie rutilas pinus l3.tara coh0ktes 
Ante diem kapiclo fulmine mota cac1it, 
sagt CruciFcr von ihm, wie denn überhaupt fein Tod als ein allgemeiner 
Verlust bck agt ward.
        

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