Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190645
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-191238
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Nc1mtei8 Buch. 
EtsIcs 
Capiiel. 
Eine Summe Geldes in der Hand eines ohnehin so mächs 
tigen Kaisers, um jede innere Bewegung auf Kosten des Reiches 
zu ersticken: wahrhaftig, man braucht nicht zu erörtern wie 
sehr dieser Gedanke außerhalb alles Herkommens deutscher 
Stände lag.  
Auch fand derselbe, wie wir aus den ProtocolIen des 
Churfiirstenraihes sehen, starken Widerstand. Mainz bemerkte: 
durch die letzten Kriege sei ein Jeder in seinem Kammergut er: 
schöpft, eine neue Forderung an die ohnehin beschwerten Unter; 
thanen dürfte Unruhen veranlassen. Brandenburg meinte, der 
Kaiser sei wohl an sich mächtig genug, zumal bei den Ordnung 
gen des Kammergerichts und des Landsriedens, einen auftauchen: 
den Widerstand zu erdrücken: man möge doch ja nicht etwas 
bewilligen was dann vielleicht nicht geleistet werden könne1J. 
So erklärten sich auch Pfalz und Trier. Sachsen wünschte 
wenigstens Aufschub. Cöln, jeHt am meisten kaiserlich gesinnt, 
rieth doch in diesemiFall, den Kaiser lieber mit der Beitreibung 
der noch aus dem letzten Türkenkrieg rückständigen Steuer zu 
befriedigen. .Genug sie waren im Grunde alle dagegen. 
Allein es schien jetzt als könne dassReich dem Kaiser nichts 
mehr abschlagen. Ein Ausschuß ward niedergeseHt, dessen Guts 
achten alle Gegengründe aufzählt, und doch mit der Bewilligung 
eines halben Romzugs zu dem angegebenen Zwecke schließt.l 
Fürsten und Churfürsten zogen dasselbe in weitere Berathung: 
sie endigten damit, ,dieß Erbieten auf einen ganzen Romzug zu 
erhöhen. Es bezeichnet die Einfachheit der Epoche, daß sie 
den ersten Termin dieser Zahlung auf Weihnachten mischten, 
weil man den Unterthanen Zeit lassen miiFe ihre Ernte einzus 
bringen und zu Verkausen2J. 
V Votum pon Brandenburg. ,,Kan Iris erachten das die kais. Mt 
darumb beweget werden solt in dem das unmöglich; were besser die use: 
fachen jeHo anzuzeigen, denn das man zusa en solt und nit leisten; das 
h. Reich stehe jetzt in rniglichem wesen, obgYeich was entfInnd, seyen die 
kais. Mk also gefaßt daiTelbig zu hindern; s s wann solches füglich mit 
erzellm1g des unVermogens kaiserlichek Mk fürgetragen wirket. wird es 
ff. Mt zu keinen ungnaden bewegen.U CProtocoll im Berl. Arch.J 
D Bedenken des Ausschusses 28 Mai; Antwort der Stände 5 Juni; 
Kaiserl. Resolution 6 Juni; der Stände letzte Antwort 10 Juni.
        

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