Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190645
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-193889
Berathungeu über den Religionsfriedcn. 
Güter. 
Gkisiriche 
289 
wirklich in den Abschied gebracht, nach welcher das nur von 
den Gütern gelten sollte die schon zur Zeit des Passauer Ver; 
trags eingezogen gewesen. 
Ueberhaupt, was bereits geschehen, ließ man sich gefallen:, 
die großen Jrrungen erhoben sich darüber was in Zukunft ges 
sChehen dürfe. . 
Die weltlichen Chnrfiirsten forderten auf den Vorschlag der 
Pfalz, daß der Friede allen denen zu Gute kommen müsse die 
ihrer Confesscon auch in Zukunft beitreten würden. Noch eins 
mal regte sich hierüber in den geistlichen die Voraussetzung, 
daß der alte Zustand der allein rechtliche gewesen: und Cöln 
meinte wohl, jede weitere Neuerung müsse ernstlich verboten 
werden. Die weltlichen verseHten: ob es nicht heiße, den Fries 
den in Unfrieden verkehren, wenn man diejenigen mit dein 
Schwert verfolgen wolle, die zu ihnen träten2 Die Verhands 
lungen über diesen Artikel mußten unterbrochen werden; es 
dauerte einige Zeit, ehe sich die Geistlichen von den Begriffen 
losrissen, die allerdings den alten Einrichtungen zu Grunde 
lagen und die Geister lange Jahrhunderte bch.errscht hatten. 
Unter Vortritt von Mainz gaben sie endlich zu, daß die An: 
hänger der augsburgischen Confession nicht angegriffen werden 
sZllten, ,,zu welcher Zeit sie auch derselben verwandt geworden.9 
Ein neuer Sturm erhob sich, als dieser Entwurf in den Fürsten: 
rath kam. Die weltlichen Fürsten, die sonst nicht nachzugehen 
pflegten, zogen dieß Mal vor, die letzte Clausel wegzulassen, und 
einfach dabei stehen zu bleiben, daß Niemand wegen der augs: 
burgischen Confesjion angegriffen werden dürfe O. Und war 
das nicht im Grunde dasselbe2 Die Zeitbestimmung diente nur 
Widerspruch zu erwecken. Schon genug, das; der Friede nicht 
ausdrücklich auf die bereits Veigetretenen beschränkt wurde. 
Geistliche und weltliche Churfürsten trugen kein Bedenken, hierin 
dem fürstlichen Collegium nachzugeben. 
U Nach dem Bericht der sächsischen Gesandten wurden Ae von den 
Geißlichen gelobt: ,,theten ganz billig daß wir jnen narhgebcn was uns 
nicht schadete, und jhncn gegen andern vorwcisliäy; was man aber viel 
dispntirt, die meinung hätt es und solt es haben daß die alle fridc solicit 
haben so zu uns treten woltcn: wclchs denn vleißig prothocolljrtwvrDen.ss 
Rcmke D. Gcsc;. v. 19
        

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