Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190645
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-191128
Papst.  
Entzweiung zwischen Kaiser und 
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der Fassung bringen. Andern aber war doch nicht wohl zu 
Muthe. Der Secretair des Conciliums schließt seinen Bericht 
hierüber mit dem Gebet, daß dieser Tag nicht der Anfang 3des 
größten Schisma in der Kirche Gottes sein möge1J. 
Die Protesiation ist eigentlich eine geistliche Kriegserklärnng. 
Der Kaiser war gesonnen, die Feindseligkeit die er auf diesem 
Gebiete begann, so ernstlith auszuführen wie jemals eine andre. 
Die vornehmste Maßregel die er hiezu ergriff, ist aber so 
durchaus reichs:oberhauptlich und bildet ein so wesentliches 
Stück seiner Reichsverwaltung, daß wir wohl am besten thun, 
diese zuvörderst in ihren nächsten weltlichen Beziehungen ins 
Auge zu fassen. 
1Mcltliche 
Einrichtnn,gen 
im 
Reiche. 
 Wir berührten oben, welche Plane höchst umfassender Art 
den Kaiser durchflogen, als er den Krieg unternahm. 
Wollte er aber das Reich einmal erblich machen, wie er 
dachte, so mußte er es vor allem regieren: er mußte sich in 
dem Vereine autonomer selbständiger Mächte die ihn umgaben, 
ein Uebergewicht verschaffen, durch welGes sie genöthigt wurden, 
dem Antriebe zu folgen den er ihnen geben wollte. 
 Es ist sehr merkwürdig, daß er dieß anfangs weniger auf 
dem Wege der Verfassung als durch einen Bund zu thun bei 
absichtigte. 
In den ersten Jahren seiner Regierung hatte er empfunden, 
welch ein Moment der Macht in dem schwäbischen Bunde lag: 
so wie jetzt sein Glück wieder besser wurde, faßte er den 
Plan denselben zu erneuern und zu erweitern, und unaufhörs 
lich sehen wir ihn seitdem dahin arbeiten. 
Den Capitulationen der oberländischen Stände wurden 
Ausdrücke einverleibt, an welche man später die Anmuthung 
Tom. XXl, p. 373. 
Actenstücke bei Rainaldus 
U
        

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