Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190645
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-191916
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Neuntes Buch. 
Drittes 
Capitel. 
ten gewesen, das sei von dem nunmehrigen Papste bewilligt 
worden, die Continuation des Conciliums zu Trient. 
Nach allem was im Jahre 1547 vorgegangen, konnte kein 
Zweifel sein, daß die Reichsstände sich zur Beschickung deHelben 
bereit erklären würden. Die einzige Frage war, wie es dabei 
mit der Theilnahme der Protesianten gehalten werden sollte. 
Wenn Churfürst Joachim il nochmals aussprach, daß ein 
nationales Concilium dem allgemeinen voraufgehn solle, um 
dasselbe vorzubereiten, so war das vielleicht an sich zu wünschen, 
aber bei der Stimmung des Kaisers und der katholischen Stände 
nimmermehr zu erreichenIJ. Diese hatten die ganze Entscheidung 
dem Concilium vorbehalten, und es war schon zweifelhaft, ob 
sie die viel näher liegende Forderung der Protestanten, daß die 
an dem Concil bereits abgehandelten Artikel aufs neue erörtert, 
oder wie diese sich ausdrückten, reassu1nirt werden sollten, ge: 
nehmigen würden. 
 Mit ausdrücklichen Worten haben sie dieß in der That nicht 
gethan, aber sie haben es auch nicht verweigert. Ja einem 
Reichsgutachten vom 8ten October heißt es: die Bitte einiger 
Churfürsten und Fürsten gehe dahin, ihre Abgeordneten über 
die Puncte zu hören welche bereits decidirt sein möchten; leicht 
würde sonst der Ausdruck Continuation des Coneiliums ein 
Mißverständnis veranlassen. Auch dem Kaiser schien es rathsam 
sich in dieser Unbestimmtheit zu halten2J. Indem er diejenigen, 
welche Aenderungen gemacht, aufforderte sich an das Concilium 
zu verfügen und ihnen hiefür sicheres Geleit zusagte, wieder: 
holte er die Z,uficherungen die er schon am vorigen Reichstag 
gegeben, und die allerdings einige Worte aus dem Gutachten 
der protesiantischen Chursürsien enthielten, jene Forderung aber 
weder abschnüren noch auch gewährten. Er zog es vor, so gut 
diese wie andre Festsetzungen der künftigen Unterhandlung vors 
zubehalten. Auch dem päpstlichen Nuntius, der auf dieHersiellung 
der geistlichen Güter gedrungen, ertheilte er nur eine ausweichende 
U Jnßruction für die Rcich6tagsgefandten im Arch. zu Berlin. 
Bd iPie Actm des Neichsiags in den Archive: zu Frankfurt, Dresden 
et In. 
und
        

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