Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-190032
Untetwcrfungkn. 
Ausföhnunksm ;1nd 
Straßburg. 
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War der Coadjutor schon ohne Einwilligung der Stände ins 
thronisirt worden, so nahm er nun auch keine Rücksicht weiter auf 
ihren fortgesetzten Widerspruch. Mit bewafsnetem Gefolge  einer 
Schaut von 100 Reitern  brach er am i7ten Februar von Cöln 
auf, unt das Erzstift förmlich in BesiH zu nehmen. Am 8ten Februar 
ward der evangelisrhe Prediger aus Brut entfernt. Am 10teu Februar 
ward in der Kirche des heil. Cassius zu Bonn wieder die Messe 
gelesen. So ging ed weiter im Lande.    
Unter diesen Umständen aber, da der sevangelische Gottesdienst 
bereits überall umgestürzt wurde, konnte auchder Erzbischof nicht 
mehr auf die Erhaltung desselben bestehn. Von den Stauden des. 
Siifts zwar nicht verlassen, aber doch auch nicht unterstüHt,  
ohne Aussicht aus Hülfe der einst mächtigen Verbiindeten, denen 
er sich zugesellt hatte, Von Gewalt bedroht, resignirte er am 
25sten Februar 1547.   
 Eine so gewaltige Wirkung hatte es, das; in dem ,6Japitel in 
Folge einiger.wenigen Stimmen niederer Geistlicher sich keine errang 
gelifche Majorität bilden konnte.s Da vielmehr der alte Glaube im 
BesiH, eines. i1n.Ganzen gesetzlichen Anfehenssblicb, so  konnte Her 
Anspruih auf die Unterstützung des Kaisers und .Pai1stes.n1achen. 
Er behauptete sich nicht allein: unter den günstigen Umständen er: 
oberte er ein beinahe verlorenes Gebiet wieder. 
Jndeß waren, ausgenomtnen Coustanz, alle andere oberländische 
Städte mit dem Kaiser ausgesöhnt. Am härtesten war es der 
Stadt Straßburg gefallen, die von einem Bürgermeister geleitet, 
der an den allgemeinen Angelegenheiten des Protestantisinus den 
lebendtgsten Antbeil genommen, auch nach dem Abzug der beiden 
Fürsten aus dem Feldsan den Grnudsiihen des Buudes feßhielt, 
und Andre zutnWiderstand mahnte. Auch hier aber machte man 
doch Zuletzt die Betrachtung, daß tnander kaiferl.ichen Uebermarht 
auf die.Länge nicht widerstehn werde, es wäre denn, man hätte 
fah an Frankreich anschließen wollen: ein Gedanke, den diese Zeiten 
noch verabseheuten und womit ihnen nicht einmal geholfen gewesen 
wäre; daß der Wohlstand der Stadt auf den auswärtigen Handelss 
geschäften beruhe, worin ihr der Kaiser mit einem einzigen Feder: 
strich unwiederbringlichen Abbruch thun könne; endlich daß der 
Kaiser die ordentliche Obrigkeit set. Es läßt sich denken, in welche
        

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