Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-189611
Der 
Bund. 
fchcualkaldisrhe 
325 
Die beiden Fürsten mußten sich zur Vertheidigung rüsten; 
die Zeit war gekommen, wo ihr Bündniß seine Probe bestehn sollte. 
An dem schmalkaldischen Bunde hatten sich nun aber 
besonders in den lehren Jahren nicht geringe Mängel heraus: 
gestellt. 
Vor allem fehlte viel, daß er sämmtliche evangelifche Stände 
vereinigt hätte. Churfürst Joachim z. B. hatte die Bestätigung 
seiner Kirchenordnung mit dem Versprechen erworben, den Bund 
zu vermeiden. Andere wollten die Verpflichtungen desselben 
nicht auf sich nehmen: wie Herzog MoriH alle die Jahre daher. 
Der König von Dänemark hielt sich entfernt, weil man ihm 
im J. 1544 nicht die Hülfe geleistet, auf die er Anspruch machte. 
Markgraf Hans von Cüftrin sonderte sich aus Rücksicht auf 
seinen Schwiegervater Heinrich von Braunschweig ab. Unter 
den Städten hielt Nürnberg von Anfang an immer seine eigen: 
thümliche politische Stellung fest; das Nemlirhe war mit Regensi 
burg, Nothenburg, Schweinfurt, Düukelsbühl, Nördlingen 
der Fall.  
Aber auch unter Denen, die dem Bunde beigetreten, zeigte 
sich mancherlei Mißverständniß. Die oberländischen Stände waren 
mißvergnügt, daß ihnen die braunschweigische Sache, die sie 
wenig angehe, doch so viel gekostet; die niederfächfischcn beklagten 
PG, daß man alle Versammlungen im Oberland anfeHe, und 
drohten wohl, in Zukunft bei solchen nicht zu erscheinen. Die 
Fürsten mit ihren mancherlei Rechtsansprüchen empfunden es 
sals einen Uebelstand, daß ein Bund, der alle ihre Kräfte in 
Anspruch nahm, sie doch gerade in Fragen verließ, an denen 
ihrer Politik das Meiste lag: z. B. den Landgrafen in der 
naffauischen Sache. Aber auch Johann Friedrich befchwerte sich, 
daß man die Einrichtungen die er mit dem Bisthum Naumburg 
vorgenommen, nicht auch von Bundes wegen als eine Religionss 
sache anerkennen wolle:  nur daher, meinte er, schöpfe Julius 
Pflug den Muth ihm zu widerstehen, bei dem kaiferlichen Hof 
Mandate gegen ihn anszubringen. Eine ähnliche Bedenklichkeit 
verhinderte noch den förmlichen Beitritt des Cburfürsien von 
der Pfalz: der Bund wollte sich nicht geradezu gegen die Aus 
sprüche Baums auf die Churtvürde erklären. Dagegen klagten
        

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