Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186431
Einleitung. 
Ein Ehrgeiz der es unternimmt die Welt im Großen ums 
zugestalten, sich von Erfolg zu Erfolg stürzt, und bei jedem 
der Zukunft neue Aussichten eröffnet, wird den Blick und die 
Theilnahme des Zuschauers stärker fesseln; nur selten aber, viels 
leicht nur ein oder zwei Mal, hat ein solcher Ehrgeiz große 
UND M1ChhAltige Wirkungen hinterlassen: öfter ist er vergangen, 
wie ein Meteor; oder die Beschränkung die er in still selbst 
Uisht finden konnte, ist ihn: von überlegenen Weltkriiften gesetzt 
worden. Hier dagegen lag die Beschränkung in dem ursprüngs 
lichen Begriff und Willen. Es war immer von unabsehlicher 
Bedeutung und Folge, wenn der Kreis der Hierarchien welche 
die Welt umfaßten an irgend einer Stelle durchbrochen ward; 
damit hieß aber geschehen konnte, mußten die Gefahren eines 
allgemeinen Umsturzes, nselche dem Widerstand doppelte Energie 
gegeben hätten, nermieden werdens. Ja erst dann war die neue 
Kirchenform, der ausschließlich auf das Evangelium gegründete 
Glaube befestigt, wenn sie in der großen Genossenschaft des 
Reiches Anerkennung und Schutz fanden. Nur mit Ruhe, 
Selbstbeherrschung und Mäßignng ließ sich dieß erreichen. Ich 
denke, ein Fortgang auf diesen Grundlagen ist auch ein der 
3Llufmerksan1keit würdiges Schauspiel. 
Eins derHauptmomente hiebeilag nun aber, da die Protesians 
ten der offenen Gewalt zu sehwach,gewesen wären, in dem eigenen 
Zustand und Verhältniß ihrer Gegner. 
Zu dem bereits beschlossenen Angrifs hatten sich diese doch 
niemals wirklich vereinigen können. , 
Dann waren die anderweiten Feindseligkeiten die der am 
meisten zu fiirchtende Widersacher, der Kaiser, von morgenläng 
dischen und abendländischen Feinden erfuhr, den Protestanten 
trefflich zu Starken gekonnnen. Ein Anfall der Osmauen hatte 
ihnen im Jahre 1532 den ersten Frieden verschafft, der so uns 
sUkSithend und bedingt er sein mochte, doch Als W 9WfiEt STIikkkk 
angesehen werden mußte. Wir wissen, WOWOU Werth die Res 
skAUVCtion von Würtemberg und der Friede von Cadan für sie 
hatten: ohne den Rückhalt von Frankreich wäre daran nicht zu 
denken gewesen. Noch war der Kaiser dieser Feindseligkeiten mit 
nichten entledigt.
        

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