Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-187762
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Buths 
Siebenteö 
Wertes 
Capitcl. 
in Gent zu errichten. Mochte dann das Volk darüber murren 
und lärmen, er that was ihm nothwendig däuchte.  
Man war in Rom ein wenig erstaunt zu vernehmen, daß 
die Franzosen die Verträge während der Reise des Kaisers nicht 
definitiv zu Stande gebracht. Indessen zweifelte man nicht, daß 
sie noch abgeschlossen werden würden. Der Papst schickte seinen 
Enkel, Cardinal Alexander Farnese, nach den Niederlanden, 
um die Vollziehung derselben zu beschleunigen. Schon wiegte 
sich dieser im Gefühle des hohen Ansehens zu dem er hiedurch 
in Romsaussteigen, des kirchlichen Nachruhms, den er Ach vers 
schaffen werde.  s s  
Die Politik des Kaisers hatte aber, wie wir wissen, noch 
eine andre Seite: hier in den Niederlanden, unter den Einflüssen 
die sich geltend machten, den neuen Betrachtungen die sich aufs 
drängten, trat auch diese wieder hervor. T 
König Ferdinand, auf dessen Einwil1igung sich der Kaiser 
immer bezogen, erschien unverweilt daselbst, und wir begreifen 
leicht, daß er mit den Con1binationen mit denen man sich trug, 
nicht zufrieden war; Seinem älteiIen Sohne war bisher die 
Tochter.des Kaisers zugedacht gewesen: eine Verbindung von 
der größten Aussicht, da dem Kaiser nur Ein Sohn lebte und 
Spanien so oft durch Frauen vererbt worden war. Nicht allein 
ging ihm diese verloren: in der Entsremdung der Niederlande 
lag ein Verlust für das gesannnte Haus. Die Mitglieder des 
niederländischen Adels, welche der Kaiser befragte, erklärten sich 
dawider. Ja selbst Mailand wurde gefährdet. Der zweite Sohn 
des römischen Königs konnte wohl niemals so stark werden, um 
dieß von alleniSeiten zweifelhaften Nachbarin ausgesePte Gebiet 
zu behaupten: schon hörte man von weitaussehenden Entwürfen 
die in Italien daran geknüpft wurden. Und war denn endlich 
die Freundschaft des Königs von Frankreich eines so hohen 
Preises werth2 Wenigstens König Ferdinand konnte nicht rühmen 
daß der Einfluß desselben aus die Osmanen sich in: gegenwärtig 
tigen Augenblick vortheilhaft erweise. Au den nngarischen Greni 
zen sah er sich mit dem gefährlichsten Kriege bedroht. Wie dann, 
wenn man den Nathschlägen des Papsies folgte, mit England 
und den deutschen Protestanten brach, hernach aber der König
        

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