Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-187569
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BuOhs 
Sicbmtes 
Drittes 
Capiiel. 
legen, sich gewaltsam loszureißen. In den meisten Angelegens 
heiten geht er, bei aller Festigkeit der Gesichtspuncte die er ges 
faßt hat, doch nur langsam und ohne Geräusch zu Werke; sein 
Sinn ist, die Dinge kommen, sich entwickeln zu lassen. Die 
Frucht muß erst reisen, ehe er die Hand ausstreckt sie zu brechen. 
Von seinem Vater hatte man bemerkt, daß er in der Nes 
ligionssache zwar lebhaste und drohende Reden führte, sich aber 
in den Handlungen glimpflich und nachsichtig erwies. Die relis 
giöse Differenz ergriff die brandenburgischen Fürsten nicht mit 
so heftiger Gewalt, daß ihnen darüber ihre anderen Beziehungen 
aus den Augen gekommen wären. 
Was nun bei Joachim il allmählig doch eine Entschließung 
hervorrief, war wie bei seinem Bruder zunächst der Gang der 
Dinge in dem halIischen Bunde. 
Wir wissen, wie die Verbündeten sich gleich dort in Zeit; 
feindseligen und kriegerisches: Absichten hingaben. Joachim il 
hütete.sich wohl ihnen darin beizupflichten. Ihm war es ganz 
genehm, wenn bei der Erneuerung der Erbeinigung die Formel 
wegsiel, die sich auf die römische Kirche bezog. Recht im Gegens 
sah mit den Uebrigen traf er mit,Johann Friedrich und Philipp 
die Abrede, daß keiner den andern der Religion halben befehden 
solle: weder für sich noch um eines dritten willen, wer das auch 
sein möge. 
Hierauf konnte er, wie sich Versteht, an den Unterhandlungen 
die zum Nürnberger Bunde führten nicht Theil nehmen. Nur 
sehr kühl und zweifelhaft beantworten er das Schreiben worin 
ihm von dem Abschluß desselben Nachricht gegeben ward. Darum 
ließ man ihn aber auf jener Seite nicht los. In einem seiner 
Briefe sagt Heinrich von BraunschweigIJ, er wisse recht wohl, 
daß Joachim keine Lust zu diesem Bündniß habe: er habe es 
bei einer persönlichen Anwesenheit in Berlin sehr gut bemerkt: 
er kenne die in Zeig getroffene Abrede: er traue dem Manne 
überhaupt nicht; ,,alleini, fügt er hinzu, ,,wir achten dafür, er 
muß hier herein, es sei ihm lieb oder leid.0 Zu einer Zeit wo 
der jüngere Bruder dem schmalkaldischen Bündniß beigetreten, 
U 
Magdebukg. 
Erzbischof von 
An ,den 
Im weint.
        

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