Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-187543
118 
Buch. 
Sieben.tcss 
Drittes 
Capitel. 
 Bei weitem mehr aber als auf den jüngern richteten sich 
alle Blicke auf densälternTBruder: nicht allein weil er zwei 
Drittheil der väterlichen Lande beherrschteJ sondern weil seine 
churfürsiliche Würde ihm ein größern Einflußsaus die allgemeinen 
Angelegenheiten sicherm    
 Churfiirst Joachim war eine von Grund aus sriedsertige 
Natur: er hätte mit jedermann in der Nähe .sund.Ferne in gutem 
Vernehmen zu stehensgewünscht. Auchin iseinem.Hause wollte 
er nur vergnügte Gesichter sehen; er liebte es sich äußerlich wohl 
zu befinden, fürstlich zus.wohnen, eine gute. Tafel zuführen; 
gern oeranstaltete er ritterliche Festlichkeiten, prächtige Bankette; 
zu den Reichstagen begab er sich mit zahlreiche1n Gefolge, dessen 
Kosten seine Mittel ibei weitem überstiegen: wie es denn übers 
haupt nicht sein Talent war Geldgeschäfte zu führen. Unaufs 
börlich finden wir ihn bauen, Schlösser in den Städten, Jagds 
Häuser in der Tiefe der Gehölze, and den breiten Gewässern die 
hie und da dem Lande eine gewisse Anmuth verleihen, Kirchen 
und Dorne .mit hohen Thiirmen und Tweitschallenden Glocken 
daraus: er wollte. Gott nur an würdiger Stättesso wie mit 
Ehrfurcht. erweckendenrCerimonien verehren. An der religiösen 
Bewegung der Zeit nahm aucher, auf seine Weise, innerlich Theil. 
in.dieser Angelegenheit mit Heinrich von BraunscI7weig nnd Johann Friedrich 
von Sachsen wechseln. .Leider geben sie. doch nur fragn1cntarifcbe Aus: 
kunft. Die 3usammenknnft in Halle fällt. Ostern l536, die bei Weißen: 
fe.1s.Jnni l536; im HerbIi 1536 ward Johann beini Anss;1;reiben der 
Bundeshülse über angen; im April l537 fragt Johann Friedrieh bei dem 
Markgrafen an, ogb es ihm mit der Aeußernngsdie er in,Zeitz kurz vorher 
gegen Landgraf Philipp gethan, in den .fchmalkaldiftben Bund treten zu 
wollen, ein Ernst sei; da der Maekgrafidieß bejaht, so beginnen die 
Unterhandlungen im Mai l537. Das Schreiben des Markt rasen, worin 
er sieh bereit erklärt, iftsnndatirt; doch muß es in die ersie Hälfte des 
Mai fallen; die Antwort Johann Friedrichs hist vom 22 Mai Dienstag 
in den Pßngsiferien; Ein säChI7sCher Rath, Johann von Pack, überbraehte 
die Bundeskorn1el; doch. dauerte es noch, lange ehe man sieh. über diesBes 
dingungen vereinigie. Die Beitrittsutkunde des Markgrafen ist vom 5 Juli 
153s. Jn dein NeverS, der voranging,. heißt es:  Weil wir dann äu 
etkenntniß gotlicbs worteI und reiner leer sonder zweifels durch seiner a : 
mechti keit sondeclicbe schiekung und versehung kommen und wir aber nach 
got kein. ander noch besser miitel zu finden gewußt, welches uns unsern 
anden41nd lenken dazu diensilieh das wir und sie bei dem gotlicben work 
und einmal erkanter warhait pleiben und gelassen werden Its. 
        

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