Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-187520
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BuObs 
Siebentcs 
Capitel. 
Drittes 
So geschah die Religionsveränderung in dem albertinischen 
Sachsen: sie schließt zugleich einen vollkommenen politischen Ums 
schwuug ein. Die öffentliche Gewalt, weiche bisher auf sinke 
Vereinigung des Fürsten, der Prälaten und der Majorität der 
Stände, zusammengehalten durch ein paar eifrige und geschickte 
Räthe, beruhte, wurde gestürzt und eine neue gebildet, durch 
einen Fürsten der von entgegengeseSten Prinzipien ausging, 
einige Rathe die früher verjagt, und die Anhänger einer relis 
giösen Meinung die bisher mit aller Schärfe niedergehalten 
worden. Zugleich war es ein neuer Sieg des schmalkaldischen 
Bündni1Tes. Durch das entschiedene Uebergewicht des leHtern 
bekam die neue Staatsgewalt einen Rückhalt und Nachdruck 
dessen sie schwerlich hätte entbehren können. Jndem die Präs 
laten sich nach fremder Hülfe umsahen, bewirkten sie nur, daß 
in der Landschaft die ihnen feindselige Meinung die Majorität 
gewann; ihnen zum Trog, vor ihren Augen ward die verhaßte 
Veränderung zu Stande gebracht.  
Information 
in 
der 
Mark 
Drandcnbnrg. 
In Sachsen trat, wie wir sehen, der Umschwung der Dinge 
erst nach dem Abschluß des Franksurter Anstandes und auf eins 
mal ein: in Brandenburg bereitete er sich allmählig mit den 
Begebenheiten die diesen herbeiführten, vor. 
Auch Joachim I hatte die alte Religion durch Bündnisse, 
wie das hallische, in seinem Lande zu beseitigen gemeint. Er 
hegte, so gut wie Georg von Sachsen, die Absicht, dasselbe bis 
über das Ziel seines Lebens hinaus zu erstrecken. Bei der Erbe 
theilung die er zwischen seinen Söhnen veranstaltete, verpflichten 
er sie in aller Form, an den Reichsabschieden von Augsburg 
und Regensburg und dem hallischen Bündniß festzuhalten, ja 
nicht allein sie selbst, sondern auch die Kinder die sie hätten, 
oder die sie noch bekommen würden. 
Es ist nicht so unerhört, daß ein sterbender Fürst seine 
Nachkommen an die von ihm beliebte Regierungsweise auf alle
        

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