Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-187365
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Siebente6 Buch. 
Capikel. 
ZweiteS 
Ausgleichung in dieser Angelegenheit zu versuchen, und dieser 
ging mit Freuden darauf einIJ. Mit EinwiiIigung der Pros 
testanten,ward ein Tag zu Frankfurt am Main fesigeseht9J, 
wo Joachim 1l und Churfürst Ludwig von der Psalz zu diesem 
Werke schreiten sollten. König Ferdinand fand es täglich bring 
gender, nothwendiger. Nachdem der ChurfürsI von Brandens 
burg die Reise nach Frankfurt schon angetreten hat, schickt er 
ihm noch einen seiner Rathe nach, um ihn aufzufordern, keinen 
Augenblick zu verlieren, sondern nach Frankfurt fortzueilen: 
schon seien Hessen und Würtemberg in Waffen; an andern Orten 
beginne man sich zu rüsten; was lasse sich von einem Ausbruch 
des Krieges anders erwarten als Zerrüttung und Verderben 
der deutschen Nation und Verstärkung ihres Erbseindes, des 
Türken. 
Die Entscheidung aber mußte, wie sich versieht, vom Kaiser 
ausgehn.  
Schon in Bezug aus sein Verhältniss in Deutschland ge: 
rieth der Kaiser durch die Verhandlungen iHelds in die größte 
Verlegenheit. 
Könnte man denn wirklich glauben, daß ihm an der Altes 
führung des rechtlichen Krieges, wie ihn die siiddeutschen und 
norddeutschen Feinde der Protestanten beabsichtigten, ernstlich 
etwas gelegen hätte2 Der Vortheil wäre doch im Fall des 
Sieges den ,Ständen selbst zu Gute gekommen, die sich dann 
leicht einmal mit dem Papst zu seinem Nachtheil verbunden. 
konnten. 
Darum durfte er die Verhandlungen seines Agenten jedoch 
nicht gradehin für unbesugt und ungültig erklären. Osfiziel1 
als Reichsoberhaupt und Vogt der römischen Kirche konnte er 
sich von dem kirchlich gescnnten Theile der Stände, dessen gute 
Meinung und Beistimmung ihm in tausend Rücksichten uneins 
1J Schreiben Fctdinands an Joachim vom 28 Juni l538, worin 
er nur die Befugniß ausdrückt, daß der Kaiser in dieser ,,hothwiOtigcn 
Sache Macht zu schließen nicht geben werden 
2J Die Gesa11btcn Joachim6, Ttott nnd Schlichen, untcrhandclfm 
mit den Räthkn Philipps und Johann Friedrichs im August zu Cismach.
        

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