Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-186011
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-187314
Waffenßillsiand zu NizzC. 
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der schon seit mehreren Jahren in Consianiinopel verdächtig und 
verhaßt geworden, sing an sich zu fürchten. 
Dadurch geschah zunächst, daß die gesährdeten Grenzsiaaten 
bei der größeren Macht des Hauses Oestreich Rückhalt suchten. 
Unter Vermittelung des Papstes traf Venedig mit diesem und 
dem Kaiser ein Offenstvs und DefensivsBündniß wider die 
OsmanenJ bei welchem man sogar die Zerstörung ihres Reiches 
in Aussicht nahm und der Kaiser sich die Kronesvon Constantis 
nopel ausdrücklich vorbehielt. Am 24sten Februar 1538 schloß 
Johann Zapolha einen Vertrag mit Carl und Ferdinand, in 
welchem er allen seinen bisherigen Bündnifsen, namentlich dem 
mit den Türken entsag1e, sich die. UnterstüHung der beiden 
östreichischen Brüder, unter andern zur Wiedereroberung von 
Belgrad, versprechen ließ, und dagegen einwilligte, daß nach 
feinem Tode auch derjenige Theil von Ungarn den er im Befis 
habe, möge er nun Kinder hinterlasfeu oder nicht, an Ferdinand 
fallen solle O. 
Diese Verbindungen aber machten auch wieder einen großen 
Eindruck in Frankreich. Der venezianifche Gesandte4versichert, 
sals die Nachricht von dem Abschluß der. Ligue zwischen dem 
Kaiser, dem PapiI und der Republik Venedig am französischen 
Hofe ankam, habe Jedermann feine Augen auf den König ges 
wandt, und ihm stille Vorwürfe gemacht. Der Christenheit 
Verluste verursacht zu haben, an einer Unternehmung nicht 
Theil nehmen zu können, die auch in der französischen Nation 
ein starkes Mitgefühl für sich hatte, war die mißliehe Seite der 
von Franz l ergrisTenen Politik. Er durfte darin nicht zu weit gehn. 
Unter diesen Umständen nun gelang es dem Papst Paul, 
eine Zusammenkuuft zwischen dem König und dem Kaiser zu 
Stande zu bringen, im Mai 1538, zu Nizza, die fteilkCh noch 
nicht zum Ziel führte. Nicht von Frieden, sondern nur von 
einem längeren Waffenstillstand war zuletzt die Rede. Der König 
hätte einen zwanzigjährigen gewünscht, hauptsächlich um Piemont 
so lange als möglich in BesiP behalten zu können; der Kaiser, 
der seinen Schwager nicht so lange bergubt sehen wollte, dachte 
II 
Friedensvertrag bei .Katoua XX, 
l077.
        

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