Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181781
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-182914
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BuChs 
Drittes 
Wertes 
Capitel. 
lassen; Hans Thomas von Absberg hat einem Krämerknecht die 
abgehauene Rechte in den Busen gesteckt, mit den Worten: 
komme er nach Nürnberg, so möge er sie in seinem Namen dem 
Bürgermeister bringenIJ. 
Ein sehrIbezeichnendes Beispiel der allgemeinen Unsicherheit 
bieten die Frankfurter Acten vom Jahr 1522 dar. Philipp 
Fürstenberg, den die Stadt Frankfurt an das Regiment schickte, 
um an der Regierung des. Reiches Theil zu nehmen, fand die 
Straße von Miltenberg nach Wertheim, die er kam, so unsicher, 
daß er seinen Wagen verließ, und mit einigen Schneidergesellen, 
auf die er getroffen, als wäre er einer von ihnen zu Fuß einen 
Seitenweg einschlug. Den Wagen sprengten einige Reiter mit 
ausgespannten Armbrüsten an. Um nur nach Wertheim zu 
kommen, mußte er sich noch auf dem Wege eine Bedeckung von 
fünf oder sechs Gefährten nehmen, die mit Büchsen oder Arm: 
brüsten bewaffnet warenIJ. ,,Die Reiter sind zornig,lk sagt er, 
,,was ihnen anliege weiß ich nicht.ll 
In diesem Zustande nun, als das Regiment seine eigenen 
Mitglieder nicht zu schützen vermochte, brach eine Fehde aus, 
wie zu Marimilians Zeiten keine so gewaltig das Reich in Be: 
wegung gesetzt hatte. Franz von Sickingen wagte es, im August 
1522, mit einem wohlgerüsteten Heer, Fußvolk Reiterei und 
Geschütz, einen Chnrfürsten des Reiches, den ErzkiskhVf VV11 
Trier, in seinem Land, seiner wohlbefeftigten Residenz zu 
überziehen. . 
Jn der Hauptsache war das eben auch nur eine Fehde wie 
so viele andere: entsprungen aus persönlichem MißVerständniß, 
U Müllners Nürnbergcsk Annalen bei den Jahren 1522 und 23 
enthalten dieß und noch mancherlei anders Detail. Z. B. Rüdigkheim 
nnd Reuschlein ,,haben im Junio 2 Wägen mit Kupfer beladen zwo 
Meil von Frankfurt angenommen und die Fnhrleut ungeschentsbenöihiget, 
daß sie das Kupfer in das Schloß Rückin , dem von Rüdigkheim zuge: 
hörig, führen müfsm.U Dem Rürnberger Bürger dem es gehört schreibt 
Rüd1gkhein1: wolle er das Kupfer wieder haben, so möge er kommen und 
es ihm abkaufen. Sie waren dadurch gereizt, daß Nürnberg bei dem 
Kaiser wider sie geklagt hatte.  
2J F1irfimberg ans Wertheim St. Petri und Pauli Tag F 22. 
.Lalso hab ich n3eyn gnedigen Herrn ebeten, uns gen WirHburg zu ver: 
helfen: iß er willig, Gott helf uns Futter ss7s
        

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