Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181781
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-185957
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Wertes Buch. 
Capitcl. 
Fünftes 
mittelbare Nähe zu bringen, das Verständniß desselben frei von 
aller Verunstaltung fremdartiger Formeln und Dienste dahin 
zu entwickeln, daß es das allgemeine Bewußtsein der Nationen 
der Erde zu erfüllen vermöchte. Schon ward die neue Lehre 
fast in allen Sprachen vernommen. Wir gedachten jener Dols 
metscher in Preußen: Docior Heß ließ in Breslau das Eoans 
gelium slawifch verkiindigen: Luthers Schüler predigten es in 
Dänemark und Schweden: einer der ersten Jnfcribirten in 
Marburg ist der Gründer der schottifchen Kirche: im Corpus 
Christ Col1ege zu Oxford bildete sieh 1527 ein Verein Lug 
therisch:geslnnter, der als ein Seminar der neuen Meinungen 
angesehen werden kann U. Jndessen ging seit 1528 Von Bern 
eine unmittelbare Wirkung auf Genf und die romanifche Welt 
aus. In Jtalien wanderte die Lehre durch die alten literas 
rischen Verbindungen ein, in Spanien ward sie sehr früh Von 
den Franciscanern ergriffen, in Frankreich fand sie an der Kö: 
nigin von Navarra eine mächtige Beschützerin. Luther, der 
von keinem Ehrgeiz wußte, nicht einmal eigentlichen Bekehrungs: 
eifer hatte22, alles von der stillen eingebornen Macht der Ueber: 
zeugung erwartete, bemerkte doch, daß das Evangelium das er 
wiederhergestel1t auch einst eine Kirchengeschichte haben werde. 
Jezuweilen erhob er sich zu noch höheren Hofnungen. ,,Es 
wird die Cedern des Libanon zu sich bringen,H sagt er. Er 
wendet den Spruch bei Jesaias darauf an3J: .,Jch spreche 
zum Mittag, gieb her meine Töchter, undizum Abend, wehte 
mirs nicht.0 
U Fiddes W01sey p. 4l6. 
2J Vgl. s. Schreiben an die Erfurter bei de W. III, 227. ,.Wer 
uns nicht hören will, von dem sind wir leicht und bald gefchieden.H 
3J Eine schöne herrliche fund tröstliöhe Vorrede D. M. L. auf das 
Büdhlin der gottseligen Fürstin F. Ursulen iHerzogiu zu Münfterbetg: 
Altenb. IV, 4l6. 
s8sssEHsss3ss 
Drm1 von J. Draeger in Berlin, 
Adlerstr.
        

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