Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181781
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-185515
3.42 
Viertes Buch. 
Viertes 
Capiiel. 
nach der Niederlage standen sie einander eben so gegenüber wie 
vor derselben: das Uebergewicht einer jeden hing dann immer 
von der momentanen Beistimmung der größern Anzahl ab, die 
sich weder der einen noch der andern entschieden zugesellt hatte. 
Anfangs, als Zapolha in dem allgemeinen Ruin bewaffnet 
und mächtig hervortrat, hatte er die unbestrittene Oberhand. 
Die Hauptstadt des Reiches rief ihn an, sie in feinen Schutz 
zu nehmen, dann zog er nach Stuhlweißenburg, wo seine An: 
h;inger alle etwa Widerstrebenden mit sich fortrissenIJ: er ward 
gewählt und gekrönt C11 Nov. 1526J; auch in Croatien ward 
er aus einem Landtag anerkannt; er beseHte alle die zahlreichen 
durch den Unfall von Mohacz erledigten Stellen, geistliche 
und weltliche, mit seinen Freunden. Wir gedachten der Unter; 
handlungen die er nach allen Seiten hin anknüpfte. In Venedig 
und Rom, in München und Consjantinopel finden wir seine 
Agenten. Er lächelte als man ihm einmal ein Schreiben von 
Ferdinand zeigte, worin die Ungarn zum Abfall von ihm auf: 
gefordert wurden: er meinte, nicht auf diese Weise erobere man 
Königreiche. 
Indessen in kurzem entwickelte Ferdinand auch andere Mittel. 
So Viel Haltung hatte die Partei des alten Hofes doch 
noch, um auch für ihn, den Gemahl einer JagelIonin, für den 
so viel alte Verträge sprachen, einen Reichstag zu Stande .zu 
bringen  zu Presburg, ebenfalls im November 1526, wo er 
zum König gewählt ward. Stephan Bathor, Alerius Thurzo, 
der Bischof von Wesprim machten sich dabei besonders verdient: 
wir haben ein Diplom von Ferdinand, worin er seine Anhänger 
nennt, ihnen seinen Dank ausspricht, und ihnen feine Hülfe, 
für die Zukunft die besten Stellen zusichert2J. Auch an Geld; 
U So entschuldigte wenigstens der Bischof von Mira, sPodmanizky, 
daß er dem ZCpvlya die Krone aufgefeszt habe. Er würde in Lebensge: 
saht gerathen sein, wenn er Ach geweigert hätte.  Dipl0ma Feki1is 
11anäj bei Kafona XIX, 752. 
2J Bei Kaio1:a XX, 19. Praelaturas et c1ignitates et bene6cia 
ecc1esiastica. sc boni;t et jun hereditaria et officia quasi ad co1las 
         
qui nostkas paktes sequentur, pro sujs cuiq11e mekitis more alios 
t1onabjmus. Das Verhältniß der beiden Wahlen schildert Ferdinand
        

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