Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181781
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-184026
Anfang 
entgegengesetzter Bündnifse. 
193 
herzog an Augsburg, das Zillerthal an Salzburg wieder ab; 
treten.  
Darum ließ aber Ferdinand von den einmal gefaßten Ent2 
würsen nicht ab. Als die wiirtembergische Landschaft jene For: 
berungen aufiiellte und dabei sehr unzweideutig aus eine Siieus 
larisation der geistlichen,Güter zu den Landesbedürsnissen ans 
trug, wies sie Ferdinand damit keineswegs zurück: er erlaubte 
ihr, Abgeordnete auf den nächäen Reichstag nach Augsburg 
zu schicken: was da in Hinsicht einer Reformation der Geist: 
lichkeit beschlossen werde, solle in Würtemberg, so wie in seinen 
übrigen Ländern gelten0. 
Erzherzog Ferdinand traf aber in diesen Jdeen unmitteli 
bar mit den Evangelisch:geftnnten zusammen. Ganz mit Recht 
erblickten diese die nächste Ursache des letzten Aufruhrs in der 
Zurücknahme jener speiersChen Versammlung. Im Herbst 1525 
kam der Gedanke, die religiösen Jrrungen auf einer Reichsoers 
sammlung zu beseitigen und hier zu einer durchgreifenden Res 
sormation zu schreiten, noch einmal in allgemeine Anregung. 
Den Zusammenkünften in Dessau und Saalfeld entspricht 
eine dritte welche Landgraf Philipp mit dem ChurfürsTen von 
der Pfalz zu Alzeh hielt. Sie kamen überein, ,,den Dingen 
müsse ein gleichmäßiges Wesen gemachtii, es müsse alles gethan 
werden um die Stände zu vergleichen2J. 
Von Saalfeld ging Markgraf Casimir nach Auerbach zu 
einer Unterredung mit Psalzgraf Friedrich, der die Obexpsalz 
im Namen seiner Neffen regierte. Sie beschlossen hier:  einmal 
die Lasten des gemeinen Mannes so viel möglich zu erleich: 
tern, sodann aber beim Kaiser nochmals auf eine Kirchenvers 
sammlung in deutscher Nation anzutragen, .,um sich eines 
gleichen Verstandes in Auslegung des göttlichen Wortes zu 
entschließen.,s 
II Ertractus lgndfchaftlicher Schlußerklärung bei Sattler, Herzoge, 
Beilagen z1um zweiten Theil nk.124, nnd Landtagsabsehied 30 Ort. 
1525 or. 25. Cl11, 1, 4.J 
2J Schreiben des Churfürßen Ludwig von der Pfeils in Neudeckers 
Actenstücken I, 16. Aus den Worten ,.von E. L. und unserm Freund, 
von ir und uns,9 sollte man schließen daß dort wahrscheinlich auch der 
Churfürß von Trier zugegen war. 
Rauh D. G. ll. 13
        

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