Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-178506
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BuObs 
Erfte6 
furchtbarer vor Augen standen als Kaiser und Reich, sich dem 
Frieden würden unterwerfen wollen. Man. wußte kein Mittel 
dagegen, als daß der Kaiser erklärte, eben wie dort die Bischöse 
in Bezug auf ihre Edelleute, er werde die Ungehorsatuen aus 
seiner und des Reiches Gnade und Schirm sehen und auch sie 
in ihren Widerwärtigkeiten nicht vertheidigen. 
Man sieht, welche Verhältnisse der Gewaltsamkeit und gegens 
seitigen Unabhängigkeit noch obwalteten, sogar in den Gesehen 
erschienen, und wie höchst nothwendig es war, innere Ordg 
nungen zu griinden, durch deren Festigkeit und Energie die 
Eigenmacht in Zaum gehalten, die EingriHe einer bei der ersten 
Vereinigung der Stände als answiirtig erscheinenden Autorität 
zurückgewiesen werden könnten.  
Vor allem kam es dann darauf an, den Reichstagen regels 
mäßigen Formen zu geben, größeres Ansehn zu verschaffen, 
namentlich den Widerspruch der Städte gegen ihre Beschlüsse zu 
beseitigen. 
Die Städte, die von den übrigen Ständen so oft feindlich 
behandelt worden, und ein so eigenthümliches Interesse zu vers 
fechten hatten, hielten sich von jeher in gefiissentlieher Absonderung. 
Während des hussitisihen Krieges ward ihnen sogar noch eins 
mal gestattet, ein besonderes städtisehes Heer unter ihrem eigenen 
obersten Hauptmann ins Feld zu stellen II. Im Jahr 1460 
lehnten sie es ab, mit den Fürsten zu Rathe zu gebn,T und sich 
zu einer gemeinschaftlichen Antwort auf die Anträge des Kaisers 
zu vereinigen II. Im Jahre 1474 weigerten sich die Abgeords 
neten den von Kaiser und Fürsten beschlossenen Landfrieden gut 
zu heißen, und blieben standhaft dabei II , nichts dazu sagen 
U Im Jahr l43l. Datt sie paee: pub1ica 167. 
2J Protokoll bei Müller l, F. 782: jedoch mit dem Zusatz: ,,ike 
Welten solch fründlich Fütdringen ihren Fcündeu betümen.U 
 O Die Antwort welche sie bei Müller il, P. 62S geben ist un: 
beiiimmt und dunkel. Ja den Frankfurtcr A9l. CBV. VlllJ lautet He: 
,,Als die des Friedens noibukftig und beqcrlich sind, seyen sy Cdie Steidt0 
in kein Zweifel, E. K. M. 0verdeJ gnediglieh darob und daran seyn, daß 
der vestiglich gehandhabt und gehalten werde: dazu sy aber irenthalb zu 
reden seit bedacht sind, aueb kein Befel haben, uneerteniglich bittend, das 
S. K. M. das .a1so in Gnaden und Guten von in vetsten und sy als it 
alleegnedigster Herr bedenken weilest  Man iIehi: ihre Annahme ist nur
        

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