Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-178315
Dinge um die Mitte des 
Lage der 
Jahrhunderts. 
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waren, gewann er, indem er sich mit dessen Enkelin Theta vers 
miihlte. Hierauf ward er im Jahr 1463 zu Emden feierlich 
zum Grafen ausgerufen. sHauptsächlich war es Theia, die dann 
in 28jiihriger Alleinregierung die Herrschaft zu befestigen wußte: 
eine schöne Frau, blaß von Gesicht, mit rabenschwarzem Haar 
und feurigen Augen, wie ihr Bildniß sie zeigt; vor allem aber 
von einem zur Herrschaft geeigneten großen Verstande, wie ihr 
Thau und Lassen bewiesen hat. 
Schon erhoben sich deutsche Fürsten auf auswärtige Throne. 
Im Jahre 1448 unterzeichnete Christian l Graf von Oldens 
barg die HaudVeste, die ihn zum König von Diinemark machte; 
1450 ward er zu Drontheim mit S. Olafs Krone gekrönt; 
1457 unterwarfen steh ihm die Schweden; 1460 huldigte ihm 
sHolstein, das dann für ihn zu einem deutschen sHetszogthu1n ers 
hoben wurde. Wohl waren diese Erwerbungen nicht von so 
fester und zuverläßiger Natur wie es anfangs scheinen mochte, 
aus jeden Fall aber gaben sie einem deutschen Fürstenhause 
eine ganz neue Stellung zu Deutschland und Europa. 
Es war, wie man steht, nicht allein der stille Gang 
der Dinge, die geräuschlose Fortentwickelung staatsrechtlicher 
Verhältnisse, wodurch das Fürftenthum emporkam: es war 
hauptsächlich geschickte Politik, glücklicher Krieg, die Macht ges 
waltiger Persönlichkeiten. 
Noch besaß jedoch das weltliche Fürstenthnm keinesweges 
die volle Herrsihaft; noch war es in unaufhörlichem Wettstreit 
mit den andern Reichsgewalten begriffen. 
Da waren zuerst die geistlichen Fürstenthiimers von ähns 
licher Berechtigung und innerer Ausbildung, in der Hierarchie 
des Reiches sogar im Bestse des höhern Ranges  in wels 
then die Herrn von hohem oder auch von niederem Adel die 
Capitel einnah1nen, und die obern Stellen besetzten. Jn dem 
fUUfzshnten Jahrhundert sing man zwar allenthalben an, die 
bischöflishen Würden auf die jüngern Söhne aus den fürstlichen 
Hiiusern zu übertragen; der römische Hof selbst begüniUgkO 
dieß, indem er der Meinung war, daß nur die Autorität der 
Rauh D. Gesch. I. 
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