Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-178086
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Einleitung. 
Gewalten des Schicksals erliegt. Denn was kann einem übers 
wältigenden Schicksal ähnlicher sein als die Macht der Meinung, 
die unbemerkt um sich greift, die Gemüther in Wilh nimmt, 
und plößlich mit einer nicht mehr zu bezwingenden Stärke auf 
dem .Ka1npfplaHe erscheint. Heinrich fah die Welt vor s einen Augen 
sich von dem .Kaiserthum abwenden zum Papstthum. Ein in den 
dunkeln Antrieben eines Kreuzzuges znsammengebrachtes Heer 
verjagte den von ihm eingeseHten Papst aus Rom. Ja in sein 
eigenes Haus drangen die ihm feiudseligen Ideen ein: zuerst 
ward sein älterer Sohn Von katholischent Eifer ergriffen und 
zum Abfall Von dem Vater gereizt; bei dem jüngern kam dann 
der Einfluß der deutschen Aristolratie hinzu. Der zwang, 
List und Gewalt vereinigend, den eigenen Vater zur Abdans 
kung; mit Herzeleid fuhr der alte Kriegsmann in die Grube. 
Ich halte es nun nicht für nothwendig, alle die verschies 
denen Abwandlungen zu begleiten welche der kirchenrechtliche 
Streit erfuhr. 
Selbst in Rom schien es zuweilen unmöglich, den Kaiser 
zur Abtretung seiner Ansprüche zu nöthigen. Papst Paschalis 
faßte einmal den kühnen Gedanken, alles zurückzugeben was 
die Kaiser der Kirche jemals verliehen, sie im Grunde ganz von 
dem Staate zu trennen1J. 
Da sich das unaussührbar erwies, so kam die kirchliche 
Verwaltung doch wieder eine Zeitlang an den kaiferlichen Hof, 
unter Heinrich V wie unter Heinrich lV.IJ 
Aber auch dieß schien gar bald unerträglich: neuer Zwist 
erwachte, 1tnd nach langem Hader verstand man sich zu dem 
Wormser Concordat, durch welches dem Kaiser in Deutschland, 
dem Papst in Italien ein vorwaltender Einfluß überlassen ward. 
Eine Abkunft, die jedoch nicht einmal deutlikh ausgesprochen 
U IIeimsici ev dies de co11trove1ssia san cum Papa. Manard. 
IV. 70. Sehr mitYiccI;t fragte der Kaiser, was aus der kaiferlichen 
Macht werden solle, wenn sie die Jnvcßitur verliere, nachdem die Kaiser 
einen so großen Theil ihrer Befugnisse auf die Bifchöfe übertragen. 
      
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