Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-178065
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Kaum zur Krone gelangt sah Heinrich ,lV die besten 
Befugnisse derselben, die Summe seiner Macht angegrisTen 
und mit Vernichtung bedroht; er schien ohne Frage unter: 
liegen zu müssen. Der Zwist zwischen Sachsen und Obers 
deutschen, der ihm eine Zeitlang zu Statten gekommen, ward 
beigelegt, nnd man sah die Schwerter, noch naß von gegens 
seitigem Blut, sich vereinigt gegen den Kaiser richten; man 
legte ihm die Nothivendigkeit aus, den Papst der ihn excommns 
nicirt hatte, zu versöhnen; er mußte jene Winterreise, jene Buße 
von Canossa vollziehen, durch die er die Masestät des kaisers 
lichen Namens so tief erniedrigte. 
Allein eben von diesem Momente sieng auch sein ernstlicher 
Widerstand an. 
Man würde sich ihn falsch vorstellen, wenn man glauben 
wollte, als sei er in reuiger Zerknirschung über die Alpen ges 
gangen, als sei er von dem Rechte des Papstes durchdrungen 
gewesen. Er wollte seinen Gegnern nur den Anhalt der geists 
lichen Autorität entwinden, den Vorwand unter dem sie seine 
höchste Würde bedrohten. Da ihm dies nicht gelang, da die 
Absolution Gregors nicht so vollständig war um die deutschen 
Fürsten von weiteren Schritten zurückzuhaltenIJ, diese sich viels 
mehr derselben zum Trost einen andern König wählten, so 
warf er sich in den resolutesten Kampf gegen die geistlichen so 
wie gegen die weltlichen Anmaßungen: jeht erst ward er ein 
Mann. Ueber die Alpen, über die er so eben so demüthig ges 
kommen, eilte er mit kriegerischem Feuer zurück; in .Kärnthen 
sammelte sich eine unüberwindliche Schaut ergebener Anhänger 
um ihn her; es ist ein denkwiirdiges Schauspiel, ihn nun zu 
begleiten, wie er die geistliche Gewalt in Baiern, die aristokras 
tische seindseligeriGeschlechter in Schwaden übermannt, wie er 
sich dann nach Franken wendet und seinen Gegenkönig vor sich 
her treibt, nach Thüringen, nach den meißnischen Colonien, bis 
er ihm an der Elfter eine Schlacht liefert, in der derselbe ums 
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