Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181666
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3tveite6 Buch. 
Wertes 
C O vitel. 
die Schulter; der tapfere Erich von Braunschweig schickte ihm 
in dem Gedränge der Versammlung einen Trunk Eimbecker 
Bier7 in silberner Kanne. Beim Herausgehen will man eine 
Stimme gehört haben welche die Mutter eines solchen Mannes 
selig pries. Auch der vorsichtige und bedachtsanie Friedrich war 
mit seinem Professor zufrieden:  sagte er zu Spalatin 
Abends in seiner Schlafkammer, ,,o wie gut hat Dotter Mars 
tinns vor Kaiser und Reich gesprochen.U Es hatte ihn besons 
ders gefreut, daß Luther seine deutsche Erklärung so geschickt 
lateinisch zu wiederholen verstanden. Seitdem suchten ihn die 
Fürsten wetteifernd in seiner Wohnung auf ,,Habt ihr Recht, 
Herr DoctorH, sagte Landgraf Philipp von Hessen, nach einis 
gen Scherzworten, über die ihn dieser lächelnd zurechtgewiesen, 
,,so helf Euch Gott.U Man hatte Luther wohl früher gesagt: 
ehe ihn die Gegner verbrennen sollten, müßten sie alle mit vers 
brennen. Die entschiedne Erklärung des Kaisers, so außerhalb 
aller Form des Reiches, brachte diese theilnehmende Gesinnung 
in Bewegung. In den kaiserlichen GemäShern fand man einen 
Zettel mit den Worten: J,weh dem Lande, dessen König ein 
Kind ists, Ein Anschlag an dem Rathhaus kündigte den Herrn 
Rou1anisten und vor allem dem Erzbischof von Mainz die Feinds 
schaft angeblich von 400 verbundenen Rittern an, weil man 
Ehre und göttlich Recht unterdrücke. Sie seien dagegen vers 
schworen den gerechten Luther nicht zu verlassen. ,,Schlecht schreib 
ichU, schließt dieser Anschlag, ,,doch einen großen Schaden mein 
ich: mit 8000 Mann .Kriegsvolk: Bundschuh Bundschuh Bunds 
schuhIU  Eine Vereinigung der Ritterschaft und der Bauern 
schien man den Gegnern Luthers zu dessen Schutze anznkündis 
gen. In der That ward zuweilen den Mitgliedern des Hofes 
nicht ganz wohl zu Muth, wenn sie sich so ohne Rüstung noch 
Waffen in der Mitte einer gährenden, kriegslustigen, von feinds 
seligen Tendenzen ergrisTenen Nation erblickten. 
Zunächst war jedoch nichts zu fürchten, da Sickingen und 
so viele andre Ritter und Kriegsanführer in Carls Dienste ges 
treten, unter seinen Fahnen in kurzem Ehre und Gewinn davon 
zu tragen hossten.
        

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