Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181581
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Zwkites Buch. 
Viette6 
Capiicl. 
,,Der Mönchtt, schreibt der Frankfurter Gesandte, ,,macht viel 
Arbeit: ein Theil möchte ihn ans Kreuz schlagen; und ich fürchte 
er wird ihnen schwerlich entrinnen: nur ist zu besorgen, das; er 
am dritten Tag wieder aufersteht.H Diese Besvrgniß, daß mit 
einer einseitigen Verdammung nichts gethan sein werde, beherrschte 
auch die Stände. Der Kaiser hatte gemeint, das Edict ohne 
weiteres Verhör zu erlassen:1J: so rieth ihm Aleander, da ja 
die Berdammung schon hinreichend sei: auch Doctor Eck sandte 
eine kleine Schrift in diesem Sinne voll Schmeicheleien und Ers 
mahnungen ein:IJ es war dieselbe Frage die schon in Rom er: 
örtert worden; die deutschen Stände waren jedoch nicht so leicht 
zur Nachgiebigkeit zu bringen wie die römischen Juristen. Sie 
machten den Kaiser aufmerksam was es bei dem gemeinen Manne, 
in welchem mancherlei Gedanken, Phantasien und Wünsche durch 
Luthers Predigt erweckt.worden, für einen Eindruck hervorbringen 
dürfte, wenn man Luther durch so scharfe Mandate verurtheile, 
ohne ihn auch nur vorgcsordert zu haben. Sie drangen darauf, 
daß man ihn auf sichres Geleit kommen lassen und Verhören 
müsse. Eine neue Frage aber war, auf welche Grundlage dieß 
Verhör anzustellen sei. Die Stände unterschieden zweierlei 
Meinungen Luthers: die einen in Bezug auf die kirchliche Vers 
fasfung: da sollte man glimpflich mit ihm verfahren, auch wenn 
er nicht widerrufe,  wie sie denn in derselben Eingabe dem 
Kaiser die Beschwerden der Nation wider den Stuhl von Rom 
aufs neue ans Herz legten:  die andern aber wider die Lehre 
und den Glauben, ,,den sie, ihre Väter und Voreltern bisher 
gehalten.tt Sollte er auch auf diesen bestehn und sich 1ve.igern 
sie zu widerrufen, so erklärten sie sich bereit in das kaiserliche 
U In dem Entwurf heißt es: ,,Und weih dann der gedacht Martin 
Luther alles das, so 1nugliehen gewesen iß, offenflich gebredigt, geschrieben 
und ausgebraitet, nnd yeHt ums jungften exlicb Atticul, so inn viel Orten 
in Behufs gehalten werden und die von den hailigen Coneilien für käheriseh 
erkannt und erklärt fein, angenommen, und ine darum die papstlich Hevlig: 
feil für einen offenbaren Kehrt wie obIIet erklärt und verdammt hat und 
deshalben irren weiter zu hören uit not noch gebuclich isi.U   
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