Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-181274
Abfall 
Luthers. 
345 
aber eben auf diesen Beruf will er sie zurückführen, und dabei 
zugleich, wie das denn überhaupt ein allgemeiner Wunsch 
war, nationalisiren, von den täglichen Eingriffen Roms uns 
abhängiger machen. 
. Es war das aber nur die Eine Seite seines Augrifses, erst 
das Zeichen zur Schlacht: unmittelbar folgte dieser selbst in 
aller seiner Kraft. Im October l520 erschien die Schrift von 
der babhlonisthen Gefangenschaft der .Kirche1J. Denn unter 
dem Geslchtspuuct einer der Kirche zugesügten Gewalt betrachs 
tete Luther die durch das Zusannnenwirken der Scholastik und 
der Hierarchie allmählig geschehene Fesisesung der lateinischeu 
Dogmen und Gebrauche. Eben in dem Mittelpunkt ihres 
Daseins, in der Lehre von den Sacramenten, zunächst dem 
wichtigsten derselben, der Eucharistie, griff er sie an. Man 
würde ihm Unrecht thun, wenn man hier eine nach allen 
Seiten ausgearbeitete Theorie davon suchen wollte: er hebt 
zuerst nur die Gegensäye hervor, in welche die obtvaltende 
Lehre mit der ursprünglichen Stiftung gerathen sei. Er oerwirft 
die Kelchentziehung, nicht deshalb weil nicht auch in detn Brodes 
das ganze Sacrauteut wäre, sondern weil an den ursprüngli: 
then Institutionen Christi Niemand etwas zu ändern habe. 
Er will darum noch nicht, daß man sich den Kelch mit Gewalt 
wiederuehtnen solle: er bestreitet nur die Argumente, mit denen 
man die Entziehung aus der Schrift hatte herleiten, rechtfers 
tigeu usollen:TJ den Spuren des ältern ungeänderten Gebrauchs 
geht er eifrig nach. Dann kommt er auf die Lehre von der 
Transsubstantiation. Wir erinnern uns, daß Petrus Lo1nbars 
due noch nicht gewagt hatte die Verwandlung der Substanz 
des Brodes zu behaupten.  Spätere trugen kein Bedenken 
hieß zu thun: sie lehrten, nur das Accidens bleibe übrig, und 
stüHten sich dabei unter andern auch auf eine angeblich aristo2 
U D.e captivitate Baby1onicn ecc1esiae pkIe1udium M l4., 
ubi pkaec1kuc de 11i3tuts, numeko et usu Sacramcatorum agituk. 
0pp. ed. en. II, 2iJ9. 
2J .,eontnk ten: patevtes et pote11tes scriptukds;  contra cvis 
c1e11tes Dei scnptutasI ji. 262. 
        

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