Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-180790
.Kaiserwahl von 
l519. 
297 
Waare für ihren Werth und Nuhen1J. Aus einem seiner 
Schreiben, vom 12ten Juni, entnehmen wir, daß er damals 
alle Hofnungen aufgegeben hatte. 
In diesen Tagen ließ sich der eine von den päpstlichen 
Geschäftsträgekn, Caracciolo, krank wie er war, zum Erzbischof 
von .Mainz tragen, um ihm die Angelegenheiten der Kirche und 
des Königs von Frankreich nochmals zu empfehlen. Der Erzs 
bischos antwortete: die Angelegenheiten der Kirche nehme er 
auf seinen Kopf, aber den König von Frankreich wolle er nicht. 
Der Gefchäftsträger fragte, auf wen die Wahl fallen werde2 
Der Cardinal sagte: auf den König von Spanien, und wenn 
nicht auf diesen, auf den Churfürsten von Sachsen. Der Ges 
schäftsträger war ganz erstaunt, daß der Cardinal trog so 
mancher Mißverständnisse Sachsen sogar lieber wolle als den 
König von FrankreichIJ. Es war vielleicht das Wort das die 
Haltung des römischen Stuhles entschied. Als Papst Leo die 
Stimmung von Deutschland bemerkte, hörte man ihn ausrufen, 
man müsse mit dem Kopf nicht wider die Wand rennen; wie 
denn feine Politik überhaupt gegen einen hartnäckigen Widers 
stand eher beugsam gewesen ist; nachdem er so lange seßgehalten, 
ließ er endlich doch gis am 24sten Juni  den Chursürfien 
feine Einwilligung zur Wahl des Königs von Spanien und 
Neapel ankündigen. 
Als nun die Churfürsten in Frankfurt zusammenkamen, 
hatte König Franz bereits keine Aussicht mehr. Nur der andre 
Wunsch tauchte noch einmal auf, einenwahrhasr einheimischen 
Kaiser zu habend. Man dachte wirklich einmal an Churfürst 
1 M ard are bei Eilig l, 156.. V l. Herbert Lilie of lIen 
VIll,Jp. 7c2. P g W 
2J II esse Moguati11o hsbbi grau iaimicitis can Sanais, 
le vol small ehe il te chkjstia11issimo. 
II Die Jlaliener namentlich konnten gar nicht begreifen, daß man 
dieß nicht that.  electoki,Is sagt der venezianifchc Gesandtc in Rom, 
Lippotnano, ,,saka1111o praxi a not: Si kais u11o di loro.U Aus diesem 
Grunde glaubten sie gern, daß der Chutfürft von Brandenbut gewählt 
werden würde. ,,scrivo il CI Seänaese, paid il BkmdeuTurgl1, 5 
Giqggo.ss Hierauf.bernht auch die Meinung Vkltvri7s, Lea habe niemals 
den König selbst besondern wollen; wofür er Ach aber doch wohl zu Ists 
schieden ausgesprochen h0ts
        

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