Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-180481
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Zwciie6 
Bushs 
Capitel. 
Zweites 
zu ihm; allein dabei hielt man doch gute Nachbarschaft, kam 
auf Tagen zusammen, beging häusliche Feste mit einander: litt 
was nicht zu ändern war, und behielt seinen Gesichtspnnet still 
im Auge. 
Am auffallendsten war die Feindseligkeit wohl in dem Hause 
her gewaltsamen ungestii1nen Weisen. Calenberg und Wolfens 
büttel hielten sich zu der ösireiehischen Freundsshafc: wie denn 
die Herzöge von Calenberg in kaiserlichen Diensten den alten 
Kriegsruf ihres Hauses erneuerten; Lüneburg hielt sich zur 
Opposition. Es gab eine Menge alte Zwistigkeiten zwischen 
ihnen: was sie damals in Bewegung setzte, war besonders der 
Versuch des Bischofs von Minden, eines gebotnen Wolfen: 
büttlers, sich die Grafschaft Diepholz anzueignen, auf welche 
Lüneburg alte Anwartschaft besaß1J. Jn diese Zwisiigkeiten 
ward jest auch Lauenburg gezogen. Während der Abwesens 
heit des Erzbischofs von Brauen, eines andern Wolsenbüttlers, 
erschlagen die eben erst besiegten Worsaten die Beamten desselben; 
Magnus von Lauenburg, den sie als den iichten Herzog von 
Niebersachsen anriefen, kam ihnen zu Hülfe und zerstörte die 
von dem Erzbischof aufgerichtete Festes. Als dieser zurückkam, 
ließ sich alles zu ossener Fehde an, deren, Ausbruch nur noch 
von dem in der Mitte dieser Irrungen ziemlichiunparteiisch das 
stehenden, oder vielmehr mit beiden Seiten verbündeten Meklens 
barg verhindert wurde.. 
Schon an diesem Beispiel zeigt sich, daß es wenig Unter; 
schied machte, ob man geistlicher oder weltlicher Fürst war. 
Denn schon lange wurden die höhern geistlichen Stellen 
nicht mehr nach geistliehem Verdienst, sondern nach den Wünschen 
der vorwaltenden Fürsten, vor allem des Kaisers, oder nach der 
Convenienz des benachbarten Adels der in den Capiteln saß 
vertheilt; ja es war, wie wir sahen, schon seit dem vorigen 
Jahrhundert eine Maxime des römischen,Hofes, seinen Einfluß 
zur Beförderung der jüngern Söhne aus fürstlichen sHäusern zu 
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DeliuB Hildesheimifrhe Stiftsfchde P. 96. 
    
227. 
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