Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-180466
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Buch. 
Zweiteö 
Zwcitcs 
Capitcl. 
den1s er, noch zu Angs5burg, dessen ältesten Sohn Casimir mit 
seiner Nichte Susauna von Baiern vermählte, gab er ihm den 
ganzen Rückhalt seiner Autorität und ein nicht geringes Uebers 
ge1oisht über seine Brüder. Eben darum aber gewann er sie doch 
nicht vollständig. Mit einem Von ihnen, dem Hochn1eister in 
Preußen, gerieth er sogar in eine wesentliche Differenz. Er 
hatte ihn anfangs selbst veranlaßt eine seindselige Haltung 
gegen König Sigmund von Polen anzunehmen1J. Durch seine 
nahe Verwandtschaft mit dem Haus Zapolya ward ncmlich 
dieser König den Ansprüchen Oestreichs aus Ungarn höchst ges 
fiihrlich. Maximilian toünschte ihn damals auf der einen Seite 
durch den Großsürsten von Moscau, auf der andern durch den 
preußischen Orden in Zaum zu halten. Jetzt aber hatte sich 
die Lage der Dinge sehr verändert. Jus Jahr 1515 war Sigs 
tnnnd von Polen mit dem Kaiser in das beste Vernehmen ge: 
treten: er erkannte jeHt das Erbrecht von Oestreich aus Ungarn 
an; er nahm selbst eine Gemahlin aus der italienischen Vers 
wandtschaft dieses Hauses. Dafür ließ Marin1ilian die An: 
spräche des Reiches fallen: er erimirte, wie 1507 die Schweiz, 
so 1515 Danzig nnd Thorn von dem .Kamtttergericht: was 
hier um so mehr sagen wollte, da nun eine polnische Gerichtss 
barkeit an die Stelle der deutscher: trat: es ist doch in der 
That eine Art von Abtretung. Und wie viel weniger konnte 
er nunmehr geneigt sein, ernstlich für den Orden einzuschreiten2 
Vielmehr war schon in den Präliminarien der U.ebereinkunft 
sesigeseHt, daß der Kaiser den Frieden von Thorn anerkennen 
wolle, der es eben war, durch welchensder ,Hochmeister zu eik1emVq2 
U Der handsehriftliäze F.ugget: .,Des1vcgcn die Kais. Mal. nach 
solchem Wege getrocknet, dieweil S. M. eraä;tet, daß König S1igInund 
seinem Schwer er Graf Haufen von Treutschin Großgrafen in Ungarn 
Rath und HülFie erzeiget und denselben nach Absterben des Köni S Laßlcw 
zu dem Reich Ungarn   be ördern möcht, daß er demselben ettiehc 
Königs nnd Fürsten zu Feinden mad;en wollt, und ward durch S. Mk 
so vi gehandelt, daß Makkg. Albrecht von Brandenburg Hochmeifter in 
Preußen den hvchcrnannien König Sigm11ndtvrn Polen anfci11det.U S 
Die Verbindung mit Rußland ist ausdrücklich zur Wiedereroberung der 
von P,olen abgerifsrnen Otdknslande gcfchloHen. Es iß die berühmte 
Urkunde in welcher Zur durch Kaiser übersest ward. Katan1ßn Ruf. 
Gcfch. VI1, 45, 450.
        

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