Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-177150
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-180449
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BuObs 
ZwtiieS 
ZweiteS 
Capitel. 
1510 kam hinzu, das; die Stände von Hessen nach dein Tode 
des Landgrafen Wilhelm, am Spieß versammelt dessen Witwe 
Anna von der Vormundschast, die sie in Anspruch nahm, aus; 
schlossen, und dieß Amt dem Churfürsten und dem ganzen 
Hause Sachsen übertrugen, in dessen Pflichten die Regentschast 
trat, die man einseste: der Landhofmeister Vohneburg, der die 
Geschäfte leitete, hielt sich ganz an Friedrich7J. Sollte man 
nun diesem mächtigen Fürsten auch noch Jülich und Berg 
übertragen, dessen Erledigung nicht mehr fern sein konnte2 
Der Kaiser schien zu fürchten, er möchte ihm zu groß werden. 
So kaut es daß Maximilian das Versprechen das er im 
Momente seiner Wahl, ohne Zweifel nicht ohne Bezug auf 
diese, gegeben hatte, hintansehte und in verschiedenen Urkunden 
in den Jahren 1508 und 9 die, Erspectanzen widerrief welche 
auf Jülich und Berg gegeben sein könnten: er erklärte, die 
Tochter des Herzogs, Maria, sei der Nachsolge würdig und 
fähig;IJ im Jahre 1511 starb Wilhelm VIl: sein Eidam 
Johann von Cleve nahm die Lande ohne Schwierigkeit in 
Besitz; alle Erinneruugen, Einreden, Unterhandlungen des 
Hauses Sachsen waren vergeblich. 
Und dadurch geschah nun allerdings, daß Cleve die Vers 
bindung mit Geldern ausschlug, dem Hause Oestreich treu zur 
Seite stand. Sachsen dagegen verlor überhaupt an Bedeutung. 
Jene geistlichen Fürstenthünier entgingen ihm, durch den Tod 
ihrer Inhaber. In Hessen erhob sich 1514 gegen die etwas 
herrtsche Regierungsweise Voyneburgs der WiderwilIe der 
Stände, besonders der Städte: durch eine Art von Revvlutipn 
ward Anna in die ihr erst entrissene Vormundschast eingeseht: 
Churfürst Friedrich behielt nur noch den Namen. Es war eine 
Weiterenttoickelung dieser antissächsischen Richtung, daß auf 
Antrag der Ritterschast der junge Landgraf Philipp, erst 14 
Jahr alt, im März 1518 vom Kaiser für volljährig erklärt 
wurde: da werde er sich besser befinden als unter irgend einer 
Vormundschaft und Pflege. Eben in diesen he.ss1schen Händeln 
at. 10l 
1J Vgl. Nommel Philipp der Großm1ithige I, p, As. 
o  s . , 
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