Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-170702
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-173731
Kirche 
u nd 
Kirchenstaat 
ll1Itcc 
Pius 
255 
hier war die Förderung der katholischen Jdeen populcirer und 
in dem Sinne der legislatioen Versammlungen: in Franks 
reich hat sich sogar die Opposition, so weit von einer solchen 
die Rede sein kann, dieser Richtung bemcichtigt; im Auge, 
meinen wirkte jedoch alles zusammen; die Hierarchie gewann 
durch das erneuerte Einverstündnisz mit den drei Mcichten im 
erhöhten Selbstgesiihl einen festen Rückhalt. 
Die Idee der kirchlichen Einheit, gegründet auf den 
Primat des römischen Bischofes ist denn auch kaum jemals 
nachdrücklicher ausgesprochen worden, als es von Pius IX 
geschah. ,,Durch ihn rede der Apostel auf den die Kirche 
gegründet sei: er sei die lebendige Autorität, welche in 
allen Streitigkeiten eine unfehlbare Entscheidung gebe; von 
dem Stuhl Petri gehe die priesterliche Einheit aus: um 
ihn her müsse die gläubige Welt sich sammeln.U 
Und wie sehr die Bischöse geneigt sind, sich diesen 
Ansprüchen zu fügen, kam im Jahre 1856 bei der Promuli 
girung eines neuen Dogma7s zu Tage. Die Lehre von 
der nnbefleckten Empfängniß der Jungfrau Maria und ihrer 
Freiheit von der Erbsünde, in den Zeiten der hierarchifchen 
2lllgewalt entstanden, war doch auch damals von den angei 
sehensten Lehrern, denen die Kirche folgte, verworfen wor: 
den: mächtige Papste späterer Zeiten hatten sie gehilligt, 
aber damit zuriickgehalten: Papst Pius IX unternahm, sie 
kraft seiner eignen Autorität zur Kirchenlehre zu stempeln. 
Aus allen Theilen der bewohnten Erde kamen die Bischöfe 
zusammen, doch bildeten sie kein Concilinm; was der Papst 
als die geoffenbarte Wahrheit verkündigte, erkannten sie gläus 
big als f0IIhe an: nie war die päpstliche Unfehlbarkeit uns
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.