Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-170702
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-173310
Revolution. 
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Der Geist der Opposition der sich aus dem Innern des 
in sich selbst irre gewordenen Katholicis1nus erhoben, hatte 
sich immer mehr consolidirt. Schritt für Schritt drang er 
vorwärts: in den Stiirn1en des Jahres 1789 gelangte er 
in den Besitz der Gewalt, einer Gewalt die sich berufen 
glaubte das Alte durchaus zu zerstören, eine neue Welt zu 
machen: in dem allgemeinen Un1stnrz der über das aller: 
christlichste Reich verhängt ward, traf dann nothwendig 
einer der stärksten Schläge auch die geistliche Verfassung. 
Es kam alles zusammen: finanzielles Bedürfnisz, In: 
tereffe der Einzelnen wie der Municipalitäten, Gleichs 
gültigkeit oder Haß gegen die bestehende Religion: endlich 
machte ein Mitglied des hohen Clerus selbst den Antrag, 
der Nation d. i. der weltlichen Gewalt, und zunächst der 
Natio11alverfammlung das Recht zuzuerkennen, über die 
geistlichen Güter zu verfügen. Bisher waren diese Gitter 
als ein Eigenthum nicht nur der französischen, sondern zu; 
gleich der allgemeinen Kirche betrachtet worden: zu jeder 
Veräußerung war die Beiftirnmuug des P,apstes erforderlich 
gewesen. Wie entfernt aber lagen die Zeiten, die Ideen, 
aus denen Begriffe dieser Art hervorgegangen waren. Jetzt 
sprach die Versammlung nach kurzer Debatte sich selbst 
das Recht zu, über die Güter zu verfügen, d. i. sie zu 
veräuszeru, und zwar noch mit unbedingterer Befugniß als 
bei dem ersten Antrag beabsichtigt war. Unn1ögli.ch aber 
konnte sie hiebei stehn bleiben. Da durch die Einziehung 
der Güter, mit der, man keinen Augenblick zögerte, das 
fernere Bestehn der bisherigen Verhältnisse unmöglich ward, 
so mußte man unverzüglich zu einer neuen Einrichtung
        

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