Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-170702
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-172940
176 
Buch 
VI1I. 
Spätere 
EPVthen. 
sich szur vollen Beruhigung seines Gewissens bei diesem 
Schritte an den römischen Stuhl wendete, der denselben 
dann vollkommen billigte, und den vorgetragenen Gründen 
noch einige neue hinzufügte.I 
Der röutische Stuhl stand damals gut mit Ludwig XlV; 
er war von der antifranzösisihen Politik znriickgetreten, die 
er seit Urban VIII fast lohne Unterbrechung befolgt hatte. 
Da sich auf der andern Seite ein starker protestantischer 
Einfluss erwarten liesz,Oso erschien es ihm als ein Vortheil 
der Religion, wenn die ganze Monarchie ohne Theilung an 
einen Prinzen aus einem Hause überging, das sich damals 
so vorzugsweise katholisch hielt. An der über die Sache 
niedergeset3ten Connnission hatte Cardiual Gianfranc. Als 
bani Antheil genonnnen; eben dieser war darauf C16 Nov. 
1700I zum Papst gewählt. Er verhehlte auch nun seine 
Gesinnnngen keinen Augenblic. Clemens XI,  denn so 
nannte er sich,  lobte den Entschluß Ludwigs XIV, die Erbi 
schaft anzunehmen, öffentlich; er erlies3 ein Gliickwünfchungs, 
schreiben an Philipp V, und gewährte ihm Subsidien aus 
geistlichen Gütern, gleich als walte kein Zweifel an seinem 
Rechte ob.2 Clemens XI konnte als ein Zögling, recht 
als ein Repräsentant, des römischen Hofes angesehen werden, 
den er niemals verlassen hatte: leutseliges Wesen, litera: 
risches Talent, untadelhaftei5 Leben hatten ihm den all, 
gemeinen Beifall verschafft;3 den drei letzten Päpsten, so 
1. 
Z. 
3. 
de1izia 
Franzöf1sEhe Geschiä;te lV, 144. 
Buben Leben und Thaten Clemens XI, tom. l, p. 14s. 
Erizzo, Iie1atj0ne di Roma 1702. Infattj purem. eg1i la 
di Roma, e non e1savi ministro regi0 nd various, ehe
        

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