Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-170702
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-171239
Heimfall 
Voll 
Urbino. 
benachbarten Staaten 1vetteiferten sie durch sBegiinstignngen, 
Besoldungen, Subsidien in Ergebenheit zu erhalten.  
Man bemerkte in dem Lande, daß der Fürst mehr 
einbringe als er koste.  
Zwar wurden wohl auch hier wie allenthalben Versuche 
gemacht, die Abgaben zu erhöhen: aber es zeigten sich hiebei 
so große Schwierigkeiten, vor allem in Urbino selbst, das; 
man es doch am Ende, halb aus gutem Willen, halb weil 
man nicht anders konnte, bei dem Herkömmlichen bewenden 
liesz. Auch die Privilegien, die Statnten blieben unangetastet. 
Unter dem Schutze dieses.Hanfes bewahrte Sau Marino 
seine unschuldige Freiheit.I Während in dem übrigen 
Italien allenthalben das Fiirstenthun1 freier, ungebundener, 
mächtiger wurde, blieb es hier in feinen alten Schranken. 
Daher kam es, dasz die Einwohner sich auf das engste 
an ihre Dynastie anschlosfen: sie waren ihr um so ergebes 
ner, weil eine Vereinigung mit sdem Kirchenstaate ohne 
Zweifel die Aufhebung aller hergebrachten Verhiiltnisfe, den 
Verlust der alten Freiheiten herbeiführen 1nnszte. 
Eine Landesangelegenheit von der grössten Wichtigkeit 
war demnach die Fortpflanzung des herzoglichet1Geschlechtcs.I 
Der Prinz von 1lrbino, Franz Maria, hielt sich eine 
Zeit lang an dem Hofe Philipps II anf.7 Er gerieth hier, 
1. ,,Ha humore Messer republic.sx,U sagt ein Disc0rso n  
s. Utbxmo VII1 s0p1sa lo state d7Urbino Von S. Marino. Bei dem 
USbSkgc1ng an den Kirchenstaat erweiterte es noch seine Privilegien. 
2. Jm Amadigi erfc;cint er noch sehr jugendlich, recht artig 
portraitirt:   
Que1 pieco1o fanciu1, ehe g1i occhi a1ziindo  
par ehe Si specchj well, two e nel packe 
O Falte gloria 1o1s quasi pensando.  
        

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