Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-170702
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-172500
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Bad; 
VIII. 
Die Päpftc um d. 
Mitte d. 
Jah rh. 
Entschuldigung. Wie enge wird schon hiednrch der Kreis 
der BergehungenZ Niemand wird ja die Sünde um ihrer 
selbst willen lieben. Außerdem erkennen sie aber auch noch 
Enschnldigungsgriinde anderer Art an. Allerdings ist z. B. 
das Duell von der Kirche verboten: jedoch die Jesuiten 
finden, sollte jemand deshalb weil er ein Duell ausschlüge 
Gefahr laufen für feig gehalten zu werden, eine Stelle 
oder die Gnade seines Fürsten zu verlieren, so sei er nicht 
zu verdannnen, wenn er es annehme.1 Einen falschen Eid 
zu leisten, wäre an sich eine schwere Sünde: wer aber, 
sagen die Jesuiten, nur äußerlich schwört, ohne diesz innerlich 
zu beabsichtigen, der wird dadurch nicht gebunden: er spielt 
ja und schwört nicht.2  
Diese Lehren, finden sich in Büchern, die sich aus: 
driicklich für geu1äszigt ausgeben. Wer wollte jetzt noch, 
da die Zeiten vorüber sind, die weiteren Verirrungen eines 
alle Moral vernichtenden Scharssinnes, in welchem ein 
Antor den andern mit literarische1n Wetteifer zu über: 
bieten strebte, hervorsuchenP Aber man darf nicht ver: 
kennen, das; auch die das moralische Bewusztsein am 1nei: 
sten abstoszenden Meinungen einzelner Doctoren in Folge 
eines andern Grundsatzes der Jesuiten Eingang fanden, 
und gefährlich werden konnten, in Folge ihrer Lehre von 
der Probabilität. Sie behaupteten, man dürfe in zweifel: 
I. P1sivandus alioqui ob s11spsci0nom jgnaviae dfgnjtx1te, 
okAcio vol favoke priacipis.. BUfcmbaum,1ib. IIl, tratst. IV, 
cap. I, dub. V, art. l, n. 6.  
 2. Qui exte1sius t8.nt11m iuravit, sing 1mimo imsandi, non 
0bligatu1s, nisi forte ratione scand:11i, cum non iuraverit seti 
luseriti1ib. III, traut. II, cap. II, dub. IV, U. 8J.
        

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