Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-165745
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Jetzt langte Possevin an: nicht mehr, wie früher, in 
bürgerlicher Tracht, sondern in dem gewöhnlichen Kleide 
seines Ordens: mit einem Haufen katholischer Bücher. 
Schon diese Erscheinung machte keinen günstigen Eindruck. 
Er trug selbst einen Augenblick Bedenken mit der päpstlichen 
Antwort hervorzukommen: aber endlich konnte er es nicht 
länger aufschieben: in einer zweistündigen Audienz eröffnete 
er sie dem König. Wer will das Geheimnisz einer in sich 
selbst schwankenden, unsteten Seele erforschenP Das Selbst: 
gefiihl des Fürsten mochte sich durch so völlig abschlöigliche 
Antworten verletzt fühlen: auch war er überzeugt, dass sich 
in Schweden ohne die vorgeschlagenen Zugeständnisse nichts 
erreichen lasse: um der Religion willen seine Krone nieder: 
zulegen hatte er keine Neigung. Genug, jene Audienz war 
entscheidend. Von Stand an bezeigte der König dem 
Abgesandten des Papfies Ungnnft nnd Miszsallen. Er 
forderte seine jesuitischen Schul1nänner auf, das Abendmahl 
unter beiderlei Gestalt zu nehmen, die Messe in schwedischer 
Sprache, zu halten; als sie ihm nicht gehorchten,7wie sie 
freilich auch nicht konnten, versagte er ihnen die bisherige 
Verpflegnng. Wenn sie kurz daraus Stockholm verliessen, 
so geschah das ohne Zweifel nicht allein, wie sie vorgeben 
mochten, um der Pest willen. Die proteftautisrhen Großen, 
der jüngere Bruder des Königs, Carl von Siidermanland, 
der sich zum Calvinismus neigte, die Gesandten von Liibeck 
versäumten nichts um diese wachsende Abneigung anzufachen. 
Nur in der Königin, und nachdem diese gestorben, in dem 
Thronsolger, behielten die Katholiken einen Anhalt, eine
        

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