Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-170450
Churfüriientag 
zu 
Regensburg. 
555 
des Reiches mit Schweden, zur Beruhigung der Pw, 
testanten ward nichts gethan: niemals hätte der Papst in 
die Suspension des Restitutionsedictes gewilligt; Dagegen 
drangen die Chursürsten auf Herstellung des Friedens in 
Jtalien: sie forderten die Absetzung des kaiserlichen Feld: 
hauptmanns, der sich als nnumschrclnkter Dictator gebehrde. 
Und so mächtig war dieser Einfluß, so geschickt ward 
er geltend gemacht, dasz der gewaltige Kaiser, in dem 
Zenith seiner Macht, ohne Widerstand, ohne Bedingung 
nachgab. 
Während man in Regensburg unterhandelte, hatten 
seine Truppen Mantua erobert: er konnte sich als Herrn 
von Italien betrachten: in diesem Augenblicke verstand er 
sich dazu, Mantua dem Nevers gegen die nichtige For: 
malität einer Abbitte einzuräumen. Aber vielleicht noch 
mehr wollte die andere Forderung sagen. Zugleich die 
deutschen Fiirsten, Frankreiih und der Papst waren von dem 
Feldherrn bedroht, an dessen Persönlichkeit das Glück der 
kaiserlichcn Waffen geknüpft, wart Man darf sich nicht 
wundern, wenn sie ihn haszten und sich seiner zu entledigen 
wünschten. Der Kaiser, um des Friedens willen, gab 
ihn auf.  
In dem Moment, daß er Italien beherrschen könnte, 
läßt er Les fahrenl In dem Moment, dasz ihn der gesähr: 
lichste, kriegskundigste Feind in Deutschland angreift, dankt 
er den Feldherrn ab, der allein im Standes wäre ihn zu 
vertheidigen. Nie haben Politik und Unterhandlung gröszere 
Erfolge hervorgebracht. 
        

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